Sparkurs Lufthansa streicht mehr als 1000 Pilotenstellen

Wegen der Coronakrise muss Deutschlands größte Fluglinie drastisch sparen. Nach SPIEGEL-Informationen sollen nun auch mehr Piloten den Konzern verlassen als bisher bekannt.
Am Boden: Lufthansa-Maschinen in Berlin

Am Boden: Lufthansa-Maschinen in Berlin

Foto: Fabrizio Bensch / REUTERS

Die Lufthansa-Führung will deutlich mehr Pilotenstellen einsparen als noch vor Kurzem geplant. Das sickerte am Rand der jüngsten Aufsichtsratssitzung Anfang der Woche durch. Noch im Juni hatte der Vorstand angekündigt, dass allein bei der Stammmarke Lufthansa bis zu 600 Cockpitjobs wegfallen dürften. Nun sollen wegen weiter einbrechender Buchungen 1100 Arbeitsplätze gestrichen werden, vorzugsweise durch Vorruhestands- und Teilzeitangebote.

Reicht das nicht aus, erwägt Konzernchef Carsten Spohr sogar betriebsbedingte Kündigungen. Auch bei der Marke Germanwings stehen tiefe Einschnitte bevor. Dort sollen im zweiten Quartal 2021 die ersten Piloten entlassen werden. Der Personalabbau soll den hohen Geldabfluss des Konzerns von zurzeit rund einer halben Milliarde Euro pro Monat verringern.

DER SPIEGEL 40/2020

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Die meisten Flugzeugführer befinden sich derzeit noch in Kurzarbeit, die Bundesagentur für Arbeit ersetzt jedoch nur einen Teil des alten Gehalts bis zur Bemessungsgrenze von knapp 7000 Euro. Den Rest stockt Lufthansa bis zu 87 Prozent des letzten Nettogehalts auf. Da ältere Piloten bis zu 20.000 Euro brutto im Monat verdienen, muss der Konzern oft mehrere Tausend Euro pro Mitarbeiter zuzahlen. Zudem soll die Kurzarbeitergeldregel Ende 2021 auslaufen.

did/mum