Flugbegleiter Führungskrise bei Ufo verzögert Lufthansas Jobabbau

Die Verhandlungen über den Stellenabbau bei Lufthansa werden durch Streit unter den Flugbegleitern erschwert. Nach SPIEGEL-Informationen wirft auch Ufo-Chef Daniel Flohr hin.
Lufthansa-Flugbegleiterin in Frankfurt (Archivbild)

Lufthansa-Flugbegleiterin in Frankfurt (Archivbild)

Foto: Frank Rumpenhorst/DPA

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will allein in Deutschland rund 9000 Stellen streichen. Angeblich sind gut tausend Piloten zu viel an Bord, auch bei den Flugbegleitern sollen rund 5000 Jobs wegfallen. Doch ob die Pläne kurzfristig umgesetzt werden können, ist fraglich. Denn die Gespräche mit den Flugzeugführern ziehen sich hin.

Bei der größten Beschäftigtengruppe, den Kabinenmitarbeitern, droht ein noch größeres Problem: es fehlen verlässliche Verhandlungspartner bei der zuständigen Gewerkschaft Ufo, die ein Abkommen zum vorzeitigen Ausscheiden mehrerer tausend Flugbegleiter überhaupt unterschreiben könnten.

Bereits vor einigen Wochen hatte der ehemalige UFO-Vorsitzende und heutige Tarifbeauftragte Nicoley Baublies seinen Rückzug angekündigt. Nach SPIEGEL-Informationen wirft nun auch noch ein enger Vertrauter von ihm die Brocken hin, der derzeitige Ufo-Chef Daniel Flohr.

Grund sind tiefe Unstimmigkeiten innerhalb der Arbeitnehmerorganisation. Sie hatten bereits vor einigen Wochen zum Abgang von zwei der ehemals sieben Ufo-Vorstände geführt. Interne Kritiker werfen Baublies und Flohr vor, Entscheidungen im Alleingang zu fällen und ihre Kollegen im Vorstand, aber auch in wichtigen Gremien wie dem Beirat und der Grundsatzkommission, zu übergehen.

Zu langsam für die Corona-Zeit?

Die wollen das nicht auf sich sitzen lassen. In Zeiten von Corona müsse die Gewerkschaft eben schnell handeln und sich entschlussfreudig zeigen, argumentieren sie. Vielen ihrer Mitstreiter aber fehle dafür die Zeit und offenbar auch die Bereitschaft.

Um den Konflikt nicht zusätzlich anzuheizen, will Flohr seinen Posten nun zur Verfügung stellen und nur noch übergangsweise als Ufo-Chef fungieren. Damit aber ist der Vorstand als oberstes Ufo-Führungsgremium kaum noch satisfaktionsfähig.

Ob zumindest einige der drei vakanten Posten kurzfristig nachbesetzt werden können, soll sich bei einer virtuellen Mitgliederversammlung am 11. Februar entscheiden. Doch schon jetzt gibt es Zoff um die dafür ins Spiel gebrachten Kandidaten. Kommt es zu keiner Einigung, dauert das Führungsvakuum bei der Ufo an – und damit die Hängepartie um den geplanten Abbau von rund 5000 Jobs in der Kabine.

did
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