Tarifstreit Theo Waigel soll zwischen Lufthansa und Piloten vermitteln

Seit zwei Jahren können sich Lufthansa und Piloten nicht auf einen Tarifvertrag einigen. Nun soll Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel helfen.

Theo Waigel: Der ehemalige Bundesfinanzminister soll schlichten
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Theo Waigel: Der ehemalige Bundesfinanzminister soll schlichten


Es klingt nach verkehrter Welt: Während die Schlichtungsverhandlungen der Lufthansa mit den eher als kompromissbereit geltenden Flugbegleitern ins Stocken geraten sind, zeichnet sich ausgerechnet im Tarifkonflikt mit den Piloten eine Annäherung ab.

Sie hatten in den vergangenen knapp anderthalb Jahren fast ein Dutzend Mal gestreikt und ihrem Arbeitgeber dadurch Umsatzausfälle in dreistelliger Millionenhöhe beschert. Nun könnte für längere Zeit Ruhe einkehren.

Nach Plänen der Konzernführung soll der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Streit vermitteln. Dabei geht es um höhere Gehälter, die Alters- und Übergangsversorgung der Flugzeugführer sowie die Verlagerung von Teilen des Geschäfts auf den Billigableger Eurowings.

Waigel, der von 2009 bis 2012 als Antikorruptionsbeauftragter für den Siemens-Konzern tätig war und die Deutsche Bank bei der Bemessung ihrer Boni beriet, soll bereits morgen mit Funktionären der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem ersten Gespräch zusammentreffen. Sollten die Arbeitnehmervertreter den CSU-Politiker und promovierten Juristen als Schlichter akzeptieren, könnte er schon bald die Arbeit aufnehmen.

Ganz so viel wie beim Weltkonzern Siemens dürfte der Anwalt für seinen Zweitjob bei der Lufthansa diesmal wohl nicht verdienen. Damals soll sein Tagessatz rund 5000 Euro betragen haben.



insgesamt 19 Beiträge
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Nabob 10.06.2015
1. Die Piloten müssen hart bleiben
Sie fordern innerhalb einer erstrangigen Fluglinie nicht mehr, als den internationalen Standard. Geblendet wird man in Deutschland durch die Tatsache, dass die Gehälter im internationalen Vergleich fast seit Jahrzehnten stagnieren. Aber den Deutschen interessiert nur sein Auto und die Bequemlichkeit. Cockpit wird noch genug zu tun haben in der kommenden Auseinandersetzung mit dem jüngst beschlossenen, offenkundig verfassungswidrigen Gesetzgebung.
motorradrudi 10.06.2015
2. Theo, hmmm
sie kommen alle wieder und können sich nicht mit der hochbezahlten Pension abfinden. Siemens, Deutsche Bank usw., finde ich super! Lobby? Nein, niemals. Zufällig sind beide Konzerne zur Zeit kräftig im Umbruch und in der negativen Presse. Lieber Herr Ex-Finanzminister, bitte lassen Sie die Finger davon und mich unbehelligt von Ihrer neuerlichen Medienpräsenz. Bleiben Sie daheim, kümmern sich um Ihre Familie und lassen es einfach gut sein. Wir brauchen einen neuen Geist und keine Aufwärmung von Ex-Poliitikern, die für den EURO und Griechenland mitverantwortlich waren.
clau-roth 10.06.2015
3. Ich glaube es nicht.
Nahob : Im internationalen Vergleich belegt Lusthansa Platz 10 Bei den Pilotengehältern Platz 2. Haben sie das verstanden ? motarradrudi. Unter Waigel hätten wir mit 100 % keine Bilanzfälscher im Euro, vielleicht nicht mal Italiener. O-Ton Waigel Griechen nie, Italiener vielleicht !Schon vergessen 1998 endete die Zeit wegen der Abwahl Kohls mit seinen Bundesfinanzministers Waigel. Gazprom Gerd mit seinen Genossen kam an die Macht. Typisch das schnelle vergessen der Leute. Aber was rege ich mich auf, nützt nichts !
motorradrudi 10.06.2015
4. clau-roth
Ich lasse mich gerne belehren, aber meine Erinnerung sagt mir, dass der EURO Wahnsinn mit Herrn Kohl angefangen hat und damit mit diesem damaligen Finanzminister. Sei es drum, mir behagt es nicht, wenn dieser Herr sich wieder ins öffentliche Licht bringen mag.
kasam 10.06.2015
5. Piloten sollen sich
nicht verschaukeln lassen. Das was die Lufthansa vor hat mit ihren Piloten ist unannehmbar. Der Druck wird immer grösser, mit wenig Kraftstoff-weit kommen, so das viel gespart wird und andere Airlines Notlanden mussten. Immer verfügbar sein, keine Freizeit um Stress zu reduzieren, kein gemütliches Bierchen, vielleicht muss er noch fliegen. Was bilden sich heute diese Sesselfurzer eigentlich ein--haben lauter Zahlen vor sich und sieht keine Menschen dahinter die normale Bedürfnisse haben. Womöglich stellen sie dann auch nur noch 1 Eurojobber an, damit sie richtig sparen können. Ihre Flugzeuge werden ja hauptsächlich in Asien gewartet, weil es dort viel billiger ist. 1 Euro-Jobber oder ICH- AG wäre auch noch eine Möglichkeit, da liegt denn die ganze Verantwortung am Piloten und nicht an der Airline. So könnten sie noch mehr sparen. Jedenfalls haben die wieder eine Schweinerei auf Lager, wie die Piloten klein zu kriegen sind. Gehälter umbasteln, damit am Ende kaum etwas in der Geldbörse ist. Da fällt den Geiern bestimmt wieder etwas Neues ein.
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