Trotz Klimadebatte Lufthansa und EasyJet erwarten steigende Passagierzahlen

Hat die Diskussion über Klimaschutz Auswirkung auf den Flugverkehr? Lufthansa und EasyJet sagen Nein. Beide Airlines prognostizieren Zuwächse bei den Buchungen.

Maschinen von EasyJet und Lufthansa am Flughafen Berlin-Tegel (Symbolbild)
Sean Gallup/ Getty Images

Maschinen von EasyJet und Lufthansa am Flughafen Berlin-Tegel (Symbolbild)


Die "Fridays for Future"-Proteste haben auch in Deutschland die Diskussion über das Thema Klimaschutz in Gang gebracht. Interessant ist nun, inwiefern sich die Debatte im Alltagsverhalten der Menschen niederschlägt - ob es etwa Zurückhaltung bei Flugbuchungen gibt.

Die Fluggesellschaften Lufthansa und EasyJet zumindest sehen das in ihren Zahlen und Erwartungen nicht. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte der "Neuen Zürcher Zeitung", er erwarte für 2019 einen Zuwachs von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf die Frage nach einem "Greta-Effekt " sagte er, das Gegenteil sei der Fall. Gemeint ist Greta Thunberg: Die junge Schwedin engagiert sich für mehr Klimaschutz - und Schüler auf der ganzen Welt folgten ihrem Beispiel.

Der Deutschland-Chef des Konkurrenten EasyJet äußerte sich ähnlich. "Wir schauen im Gesamtjahr auf rund 90 Millionen Passagiere und erwarten auch in diesem Jahr erneut Wachstum", sagte Stephan Erler der "Deutschen Presse-Agentur". Er könne keinen Rückgang wegen der Klimadebatte feststellen.

Auch eine repräsentative Umfrage von SPIEGEL ONLINE in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey ergab, dass die aktuelle Klimadebatte zumindest bei den Urlaubsplänen für die überwiegende Mehrheit keine Auswirkungen hat .

Atmosfair dagegen sieht einen Effekt der Klimadebatte. Bei der Non-Profit-Organisation kann man für umweltschonende Projekte spenden, um den CO2-Ausstoß von Flügen oder Kreuzfahrten zu kompensieren. Für das erste Halbjahr 2019 registrierte Atmosfair Ausgleichszahlungen in Höhe von 7,5 Millionen Euro - das sei eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung der Meldung hieß es in der Bildunterschrift, es seien Maschinen am Flughafen München zu sehen. Es handelt sich aber um den Flughafen Berlin-Tegel. Wir haben die Bildunterschrift entsprechend korrigiert.

Zudem hieß es im Text, Zahlen von Lufthansa und EasyJet belegten, dass es in Deutschland keine Zurückhaltung bei Flugbuchungen gebe. Bei den genannten Zahlen handelt es sich aber um Prognosen - also Erwartungen der Unternehmen. Auch dies haben wir in der Überschrift und im Text deutlicher kenntlich gemacht.

jpz/Reuters/dpa



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