Personalmangel Lufthansa und Eurowings streichen Hunderte Flüge

Sommerzeit ist Reisezeit, doch den Airlines und Flughäfen fehlt Personal: Allein Lufthansa will laut einem Agenturbericht im Juli 900 Flüge streichen. Hunderte weitere sollen bei der Konzerntochter Eurowings entfallen.
Lufthansa-Langstreckenjet: An den Wochenenden soll weniger geflogen werden

Lufthansa-Langstreckenjet: An den Wochenenden soll weniger geflogen werden

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FRANCK ROBICHON / EPA

Die Deutschen wollen nach zwei Jahren Pandemie wieder reisen und bezahlen dafür teils hohe Preise . Doch selbst das hilft wenig, wenn es dafür an Personal fehlt, um den Ansturm zu bewältigen – wie derzeit die Lufthansa zu spüren bekommt.

Deutschlands größte Fluggesellschaft und ihre Tochter Eurowings dampfen wegen Personalmangels im eigenen Unternehmen sowie bei Boden- und Flughafendienstleistern ihren Flugplan im Ferienmonat Juli ein. Für Juli hat allein Lufthansa 900 Flüge innerhalb Deutschlands und Europas an den Drehkreuzen in Frankfurt und München aus dem System genommen, wie die Fluggesellschaft der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

Die Streichungen betreffen demnach die Wochentage Freitag, Samstag und Sonntag. Das entspreche fünf Prozent der geplanten Kapazität an den Wochenenden. Auch Eurowings streicht dem Agenturbericht zufolge zur Stabilisierung des Angebots für den Monat Juli mehrere Hundert Flüge.

Der Lufthansa zufolge liegen die Gründe dafür vor allem bei den Airports oder der Flugsicherung. Zwar fehlt laut einem Sprecher auch bei der Airline vereinzelt Personal, die Flüge fielen aber aus, weil die Partner so schlecht aufgestellt seien.

Handgepäck soll reduziert werden

Die gesamte Luftfahrtbranche insbesondere in Europa leidet aktuell unter Engpässen und Personalmangel – von der Passagierkontrolle über die Flugzeugabfertigung bis hin zu den Flugbegleitern. Es fehlen Mitarbeiter, die sich in der Pandemie andere Jobs gesucht haben. Vielflieger und First-Class-Passagiere beklagen sich bereits seit Längerem über gravierende Mängel im Service .

Lufthansa und Eurowings hätten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die größtmögliche Stabilität des Flugplans sicherzustellen, teilte Lufthansa nun dpa mit. »Es ist allerdings absehbar, dass aufgrund der Engpässe die Flugpläne nicht wie erhofft geflogen werden können.« Fluggäste würden bei Streichungen umgehend informiert und möglichst auf andere Flüge von Lufthansa oder Eurowings umgebucht. Alternativ könnten Passagiere in Deutschland mit der Bahn zu den Flughäfen anreisen.

Die Fluggesellschaft bat Passagiere, in der bevorstehenden Ferienzeit rechtzeitig am Flughafen zu sein und möglichst den Online-Check-in und den Vorabend Check-in zu nutzen. Das Handgepäck sollte auf das nötigste reduziert werden, um lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen zu vermeiden.

Nach Flugausfällen bei großen europäischen Airlines am Pfingstwochenende in Folge von Personalmangel war die Sorge vor chaotischen Zuständen in der Hauptreisezeit gewachsen. Nach Weggängen und Entlassungen in der Pandemie sind in der Branche noch nicht genug Beschäftigte angestellt und einsatzfähig, um dem Reiseansturm gerecht zu werden.

»Über alle Standorte hinweg fehlen den Dienstleistern, die an der Abfertigung der Passagiere beteiligt sind, rund 20 Prozent Bodenpersonal im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit«, sagte jüngst der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel. »Das kann vor allem beim Check-in, beim Beladen der Koffer und in der Luftsicherheitskontrolle zu Engpässen in Spitzenzeiten führen.«

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Meldung nachträglich um die Sicht der Lufthansa ergänzt, wonach die Gründe für die Streichungen vor allem bei den Flughäfen oder der Flugsicherung liegen.

apr/dpa