Flugbegleitergewerkschaft Lufthansa und Ufo einigen sich auf 500-Millionen-Sparpaket

Manche Gehaltserhöhungen fallen weg, Urlaub wird teils nicht mehr bezahlt: Die Einschnitte in einem Sparpaket für die Lufthansa sind erheblich. Trotzdem vereinbarten Konzern und Gewerkschaft Ufo die Maßnahmen in der Nacht.
Lufthansa-Maschinen in Berlin: Die Krise setzt dem Unternehmen zu

Lufthansa-Maschinen in Berlin: Die Krise setzt dem Unternehmen zu

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Fabrizio Bensch/ REUTERS

Die Coronakrise trifft die Flugbranche hart, über Monate waren kaum noch Starts und Landungen möglich. Um das Überleben auch der größeren Airlines zu sichern, sind nun erhebliche Anstrengungen nötig. Bei der Lufthansa geht es am Donnerstag in der Hauptversammlung um die Zukunft des Unternehmens.

Nun hat sich der Konzern kurz zuvor mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo auf ein Sparpaket zur Bewältigung der Folgen der Coronakrise geeinigt. Darin sind Einsparungen im Volumen von mehr als einer halben Milliarde Euro vorgesehen, wie die Lufthansa in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Durch die Vereinbarungen könnten betriebsbedingte Kündigungen für die 22.000 Kabinenmitarbeiter während des Zeitraums der Krise vermieden werden, erklärte das Unternehmen.

Vereinbart wurde nach Angaben des Konzerns unter anderem, dass Vergütungsanhebungen ausgesetzt und Flugstunden von Mitarbeitern bei gleichzeitiger entsprechender Reduzierung ihrer Vergütung gesenkt werden. Auch sollen demnach Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung temporär reduziert werden.

Ferner seien freiwillige Maßnahmen wie unbezahlter Urlaub, weitere Arbeitszeitabsenkungen und geförderte, vorzeitige Wechsel in die Altersversorgung vereinbart worden. Dem Abschluss müssen noch die Ufo-Mitglieder zustimmen.

Am Donnerstag geht es um das staatliche Rettungspaket

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann bezeichnete die Einigung als "wichtiges Signal" an die Aktionäre: "Dadurch wollen wir betriebsbedingte Kündigungen in der Kabine der Lufthansa vermeiden". Außerdem sehe der Konzern den Abschluss "als Zeichen einer wiedergewonnen und konstruktiven Sozialpartnerschaft mit der Ufo".

Die Aktionäre sollen am Donnerstag (ab 12 Uhr) bei ihrer Hauptversammlung über das staatliche Rettungspaket für die Lufthansa entscheiden. Ihre Zustimmung zu den milliardenschweren Hilfen gilt als gesichert, nachdem der Großaktionär Heinz Hermann Thiele am Mittwochabend nach einigem Zögern in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sein Ja angekündigt hatte. Der Plan zum Einstieg des Staates bei der Lufthansa kann nur mit Zustimmung der Hauptversammlung umgesetzt werden.

jok/dpa
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