Tarifkonflikt Lufthansa und Gewerkschaft UFO rechnen mit langer Schlichtung

Nach dem zweitägigen Streik richten sich Lufthansa und die Kabinengewerkschaft UFO auf schwierige Gespräche ein. Das drängendste Problem: Es fehlen geeignete Schlichter.

Lufthansa-Flugbegleiter bei Warnstreik in Frankfurt (am 7. November): Vertrauen muss wieder aufgebaut werden
Matthias Balk / DPA

Lufthansa-Flugbegleiter bei Warnstreik in Frankfurt (am 7. November): Vertrauen muss wieder aufgebaut werden


Im Lufthansa-Konzern steht eine komplizierte Schlichtung für die rund 21.000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft an. Das Unternehmen und die Gewerkschaft UFO vermieden es bei einer gemeinsamen Pressekonferenz, konkrete Fristen oder Termine für dasvereinbarte Verfahren zu nennen.

Beide Seiten sind aktuell auf der Suche nach geeigneten Schlichterpersönlichkeiten. Dies sind in der Regel erfahrene Juristen oder Politiker. Die Suche gestalte sich schwierig, sagte UFO-Chef Nicoley Baublies mit Blick auf den langwierigen Konflikt: "Wir haben im Vorfeld ein paar Leute verschreckt. Es ist nicht so, dass die Schlichter bei uns Schlange stehen."

Vorausgegangen waren monatelange juristische Auseinandersetzungen, Warnstreiks und zuletzt ein zweitägiger Ausstand der Flugbegleiter, wegen dem in der vergangenen Woche 1500 Lufthansa-Flüge ausfielen.

Kündigung des UFO-Chefs wird vor Gericht verhandelt

"Wir erkennen die UFO als Gewerkschaft an", sagte die Lufthansa-Arbeitsdirektorin Bettina Volkens. Sie sei beim Kabinenpersonal auch die Mehrheitsgewerkschaft vor der Ver.di. Das wichtigste Etappenziel hat die Ufo damit bereits erreicht, weil der Konzern das sogenannte Statusverfahren gestoppt hat, mit dem der UFO die Gewerkschaftseigenschaft abgesprochen werden sollte.

Unterdessen wurde die persönliche Kündigung von Baublies durch die Lufthansa noch nicht zurückgenommen. Es seien dazu noch Details zu klären, erklärte Volkens. Laut Ufo hatte der Lufthansa-Anwalt noch am Morgen bei einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt einen Vergleich mit Baublies zurückgezogen.

Vorerst keine neuen Streiks der UFO-Flugbegleiter

Während des Schlichtungsverfahrens gilt eine umfassende Friedenspflicht, so dass erneute Streiks der Ufo-Flugbegleiter bis auf weiteres ausgeschlossen sind. "Es dürfen aber keine Abschlüsse an der UFO vorbei geschlossen werden", sagte der UFO-Vize Daniel Flohr. Man habe daher ein Sonderkündigungsrecht für diesen Fall reklamiert.

Flohr nannte noch weitere konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten, die bereits verabredet worden seien. So erhalte jeder Kabinenmitarbeiter in diesem Jahr eine Sonderzahlung von 1500 Euro. Zuvor war bereits mit Ver.di und Ufo ein "Wintergeld" für die saisonalen Flugbegleiter vereinbart worden, um deren finanzielle Engpässe in den Wintermonaten zu lindern.

jki/dpa

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