Tarifstreit beigelegt Lufthansa und Ver.di einigen sich auf mehr Lohn für Bodenpersonal

Die Lufthansa und die Gewerkschaft Ver.di haben eine Tariferhöhung für die rund 20.000 Beschäftigten am Boden vereinbart. Demnach erhalten die Beschäftigten Erhöhungen ihrer Gehälter in drei Schritten.
Lufthansa-Flug hebt ab

Lufthansa-Flug hebt ab

Foto: DANIEL ROLAND / AFP

Die Lufthansa und die Gewerkschaft Ver.di haben sich auf eine Tariferhöhung für die rund 20.000 Beschäftigten der Fluggesellschaft am Boden geeinigt. Das teilte die Lufthansa am Donnerstag mit. Aufgrund der Einigung kommt es damit nicht erneut zu einem Streik der Beschäftigten am Check-in oder bei der Abfertigung von Flugzeugen.

Ein eintägiger Ausstand hatte in der vergangenen Woche mehr als tausend Flugstreichungen an den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt am Main und München ausgelöst – mitten in der Hauptsaison. Die verlangt Reisenden wegen Störungen des Flughafenbetriebes aufgrund von Personalmangel in Europa ohnehin schon viel Geduld ab.

Die Einigung sieht den Angaben zufolge nach zwei Jahren Verzicht aufgrund der Coronakrise eine Lohnerhöhung von 200 Euro im Monat ab 1. Juli 2022 vor. Ab 1. Januar 2023 steigen die Löhne um 2,5 Prozent und ab 1. Juli 2023 nochmals um 2,5 Prozent. Laut Ver.di ergeben sich daraus für einzelne Beschäftigte am Check-in Gehaltssteigerungen zwischen 13,6 und 18,4 Prozent. Lufthansa sprach sogar von Steigerungen um 19,2 Prozent in der untersten Gehaltsstufe und teilte mit, es seien spürbare Gehaltssteigerungen vereinbart worden, die überproportional für die unteren Vergütungsgruppen seien.

Personalvorstand optimistisch

Ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle lobte das Ergebnis, das auch nicht vom Lufthansa-Gewinn abhängig gemacht worden sei. Sie sagte, das Ergebnis beinhalte Inflationsausgleich und zusätzlich Reallohnerhöhung. »Es war uns wichtig, diesen echten Ausgleich zu erreichen, um die Beschäftigten in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation abzusichern.«

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann zeigte sich zuversichtlich, nun auch mit den Piloten zu einem Abschluss kommen zu können. Über den Abschluss für das Bodenpersonal sagte er, es sei dem Unternehmen wichtig gewesen, »die unteren und mittleren Einkommensgruppen überproportional zu berücksichtigen«. Damit werden die Lufthansa »der sozialen Verantwortung für unsere Beschäftigten gerecht«.

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Das Risiko eines Streiks ist bei der Lufthansa derweil noch nicht völlig gebannt. Die Tarifverhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit gerieten zuletzt ins Stocken, sodass die VC-Mitglieder am vergangenen Wochenende fast einmütig für Streik votierten. Die Gewerkschaft ließ aber die Tür offen, doch noch zu einer Einigung am Verhandlungstisch zu kommen und einen Ausstand zu vermeiden. Die Gespräche sollen kommende Woche fortgesetzt werden.

dam/Reuters/dpa
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