Neue Flugzeuge Lufthansa verärgert über Airbus A320neo

Lufthansa hat bei Airbus Dutzende Flugzeuge des Typs A320neo bestellt. Geliefert wurden aber nur 13 Stück - und mit denen gibt es nach SPIEGEL-Informationen dauernd Probleme.

Airbus A320neo (Archivbild)
REUTERS

Airbus A320neo (Archivbild)


Zwischen dem Flugzeugbauer Airbus und der Lufthansa als Erstkunde ist nach SPIEGEL-Informationen ein heftiger Streit über technische Probleme des A320neo entbrannt. Konzern-Chefstratege Detlef Kayser beklagt unter anderem ungewöhnliche Vibrationen der Triebwerke. Deren Ursache sei "nach wie vor unklar", sagt er. Deshalb rechne der Konzern nicht mit einer schnellen Lösung. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 40/2018
Der Machtkampf um ihr Erbe hat begonnen

Der Triebwerkhersteller, die US-Firma Pratt & Whitney, sieht das anders und relativiert die Vorwürfe. Das Problem der Vibrationen betreffe nur rund zwei Prozent der Flugzeuge, argumentiert er. Nun arbeite man zusammen mit den betroffenen Kunden an einer Lösung.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr und seine Kollegen sind trotzdem verärgert. Immerhin entstehen dem Unternehmen durch die mangelhaften Aggregate nach eigenen Aussagen erhebliche Zusatzkosten. In Frankfurt und München, wo die Pannenflieger am häufigsten auftauchen, wurden bei der Technik-Tochter eigens zusätzliche Mechaniker eingestellt.

Richtig schwierig wird es, wenn ein Neo-Jet an einer Außenstation ausfällt. Dann müssen oft Spezialisten aus Frankfurt anreisen, weil das Personal vor Ort mit der Reparatur überfordert ist. "Der finanzielle Schaden ist insbesondere durch die vielen Ausfälle und Standzeiten erheblich, weil unsere operative Stabilität stark darunter leidet", schimpft Kayser. Er werde "auch durch die Strafzahlungen nicht voll ausgeglichen, die Airbus uns erstatten muss".

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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did/mum

insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
Hajojunge 28.09.2018
1. Erhöhte Vibrationen an Triebwerken sind ein absolutes no-go
Sie sind immer ein Indiz dafür, daß da etwas nicht rundläuft. Übesteigt die Schwingungsamplitude ein gewisses Maß, ist Alarm angesagt. Der Turbinenläufer könnte verzogen sein oder die Turbinengehäuse ungleichmäßig erwärmt, mit der Folge von Anstreifschäden an den Turbinenschaufeln. Die Triebwerksentwicklung ist m.E. auf keinem guten Weg. Immer leichter, immer höhere Differenzdrücke zwischen den Turbinenstufen, immer mehr Leistung. Ölringdichtungen werden immer höher beansprucht, Dämpfe treten in die Kabinenfrischluft ein und belasten Crew und Passagiere. Lesen Sie mal in avherald.com nach! Es ist schon gruselig.
emd 28.09.2018
2. Qualifikation
"Dann müssen oft Spezialisten aus Frankfurt anreisen, weil das Personal vor Ort mit der Reparatur überfordert ist." Bitte mal etwas gründlicher recherchieren. Daß die NeoJets an "Außenstationen" nicht repariert werden können, liegt sicher nicht an der Überforderung der Techniker, sondern sehr wahrscheinlich daran, daß diese nicht für dieses Triebwerksmodell geschult sind und somit ganz einfach nicht autorisiert sind, daran "herumzuschrauben". Und das ist auch gut so, daß daß aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist.
dirkcoe 28.09.2018
3. Kommt uns bekannt vor
und erinnert uns sofort an das Desaster mit dem A 400M für die Bundeswehr. Scheinbar hat der Airbus Konzern erhebliche Probleme, die er sehr schnell in den Griff bekommen sollte.
Stäffelesrutscher 28.09.2018
4.
Triebwerke aus Trumpistan, die einen europäischen Jet in Schwierigkeiten bringen? Nachtigall, ich hör dir trapsen.
amon.tuul 28.09.2018
5. Achtung Airbus
die Eu muss sofort einen eigenen 100% Turbinenhersteller in der Eu verankern, sonst sind wir abhängig von Irrungen in Wallstreet und London. Aber schnellstens. Was eigentlich tut Merkel so zwischen zwei Ankündigungen?
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