Zweiter Streiktag Wieder Hunderte Flugausfälle bei Lufthansa

Bei der Lufthansa geht der Streik der Flugbegleiter weiter - erneut sollen Hunderte Flüge ausfallen. Am Wochenende wollen Gewerkschaft und Konzern über eine mögliche Schlichtung sprechen. Doch die Gräben sind tief.

Passagiere am Flughafen München: Bis zu 180.000 Passagiere betroffen
Matthias Balk/dpa

Passagiere am Flughafen München: Bis zu 180.000 Passagiere betroffen


Lufthansa-Passagiere müssen auch am Freitag mit zahlreichen abgesagten Flügen und Verspätungen rechnen. Allein am Flughafen Frankfurt seien für den zweiten Tag des Flugbegleiterstreiks 414 von 1362 Flügen annulliert worden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens . Am frühen Morgen ist es in den Terminals aber noch ruhig.

Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen im Lauf des Tages weltweit rund 600 Flüge ausfallen. (Mehr über die Flugausfälle am Freitag lesen Sie hier.) Auch nach Streikende am Samstag werden zunächst noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Am Donnerstag waren nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers bereits 800 Flüge gestrichen worden. Insgesamt rechnet Lufthansa mit 180.000 betroffenen Passagieren während des 48-stündigen Ausstands.

UFO verzichtet zunächst auf Streiks bei Lufthansa-Töchtern

In dem laufenden Tarifkonflikt für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter fordert die Gewerkschaft UFO höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für vier weitere Flugbetriebe des Konzerns wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten. Lufthansa hatte bereits freiwillig eine Lohnerhöhung um zwei Prozent umgesetzt.

In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob UFO überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. Die Gespräche zwischen UFO und Lufthansa ruhen seit Monaten. Nach einem internen Streit ist bei UFO ein neuer Vorstand im Amt, den die Mitgliederversammlung im Amt bestätigte. Die Lufthansa ist der Ansicht, der bestehende Vorstand sei nicht vertretungsberechtigt.

Nach Beginn des Streiks kündigte Lufthansa dennoch an, zu einer Schlichtung bereit zu sein. Sondierungsgespräche hierzu sollen am Wochenende starten. UFO kündigte an, an den Gesprächen teilnehmen zu wollen - und verzichtete zunächst darauf, auch in den Lufthansa-Tochterunternehmen zum Ausstand aufzurufen.

Die Lufthansa war zuvor am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den UFO-Streik ab.

apr/dpa

insgesamt 54 Beiträge
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Erika.Mustermann@spon.de 08.11.2019
1.
Trotz aller Versuche der Einschränkung des Streikrechts, des Verbot der sog. "Spartengewerkschaften" - die wichtigste Information des Artikels ist der letzte Absatz. Die Demokratiegegner werden sich hier aber trotzdem bald finden....
wokri 08.11.2019
2. Wann ist endlich Schluss
In der Bevölkerung hat kaum einer Verständnis. Ja die ewig Gestriegen.... Aber eine Gewerkschaft die während der Urabstimmung die Regeln ändert, (75% der von der den abgegebenen Stimmen anstatt der Mitglieder reichen nun aus), deren ex Vorstand inzwischen Zuviel gezahlte Gehälter zurück zählt, gleichzeitig sich Beratungsaufträge zugeschustert hat, wo die Staatsanwalt ermittelt, deren Vorstände sich nette Reisen, dicke Autos lukrative Beratungsaufträge gegönnt hat, deren Mitgliederzahl von 14000 auf 8000 geschrumpft ist, DARF NiCHT EINE NATION IN GEISELHAFT NEHMEN, nur um ihren persönlichen Rachefeldzug zu führen. Dabei lassen sich einige wenige Flugbegleiter gnadenlos ausnutzen. (100 in Frankfurt 50 in München) Bevor das Geschrei losgeht, wo sind die Quellen, bitte einfach googeln zum Teil sind die Infos sogar auf der UFO Homepage zu finden.
HardLanding 08.11.2019
3. Schade, Lufthansa
Als Senator (noch bis Februar 2020, und das war's dann), residierend in Australien und auf Langstreckenflüge angewiesen, ist es sehr schade dem Sinkflug der LH zuzusehen. Alle Jahre Streiks aufgrund Unterbezahlung des hervorragenden Personals, Mahlzeitenkuerzungen auf der Langstrecke ("Kürzungsmaßnahmen als Weiterentwicklung"), aber dafür höhere Premiumpreise als saemtliche anderen Airlines. Die sollten eigentlich hoch genug sein um Piloten und Flugbegleiter gerecht zu bezahlen. Da fliege ich seit 18 Monaten lieber mit SIA und ANA, und auch direkt nach DUS.
geekmaster 08.11.2019
4. Übertriebene Vorderungen
Bei allem Respekt vor der Arbeit und Belastungen der Flugbegleiter, wir reden hier von teilweise ungelernten Servicekräften, die mehr und mehr Lohn fordern. Jede gelernte Service Fachkraft in der Gastronomie kriegt weniger. Hier verliert eine Berufsgruppe massiv an Bodenhaftung was ihren Wert angeht. Und dass Verständnis für solche Streiks geht solangsam verloren.
DerBlicker 08.11.2019
5. glaubt Ihnen doch kein Mensch
Zitat von HardLandingAls Senator (noch bis Februar 2020, und das war's dann), residierend in Australien und auf Langstreckenflüge angewiesen, ist es sehr schade dem Sinkflug der LH zuzusehen. Alle Jahre Streiks aufgrund Unterbezahlung des hervorragenden Personals, Mahlzeitenkuerzungen auf der Langstrecke ("Kürzungsmaßnahmen als Weiterentwicklung"), aber dafür höhere Premiumpreise als saemtliche anderen Airlines. Die sollten eigentlich hoch genug sein um Piloten und Flugbegleiter gerecht zu bezahlen. Da fliege ich seit 18 Monaten lieber mit SIA und ANA, und auch direkt nach DUS.
Lufthansa fliegt schon seit Ewigkeiten nicht mehr nach Australien, daher können Sie gar keine Langstreckenflüge mit Lufthansa ab Australien buchen. Offenbar haben Sie auch nicht mitbekommen, dass Lufthansa freiwillig mehr Lohnerhöhung angeboten hat, als die UFO gefordert hat. Wie kommen Sie da auf die absurde Idee, Lufthansa würde seine Piloten und Flugbegleiter nicht gerecht bezahlen? Lufthansa möchte schlicht mit UFO nichts mehr zu tun haben, da diese Gewerkschaft ein Selbstbedienungsladen für seine Führung ist und diese sich zudem sinnlos selbst bekämpft.
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