Russischer Ölkonzern Lukoil fordert offenbar Ende des Krieges in der Ukraine

Der zweitgrößte Ölkonzern Russlands Lukoil ruft übereinstimmenden Berichten zufolge zur schnellstmöglichen Beendigung der »tragischen Ereignisse« in der Ukraine auf. Man unterstütze die Verhandlungen zwischen den beiden Staaten.
Lukoil-Tankstelle im US-Bundesstaat New Jersey

Lukoil-Tankstelle im US-Bundesstaat New Jersey

Foto: EDUARDO MUNOZ / REUTERS

Mit Lukoil hat sich das erste große russische Unternehmen öffentlich für ein Ende des Krieges in der Ukraine ausgesprochen. Man fordere ein schnelles Ende des bewaffneten Konflikts, heißt es in einer auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Mitteilung, wie die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters übereinstimmend berichten. Die Website des Unternehmens ist im Augenblick nicht erreichbar.

Das Unternehmen unterstütze uneingeschränkt eine Lösung durch Verhandlungen und diplomatische Mittel, heißt es demnach in der Mitteilung weiter. Der Vorstand »drückt seine Besorgnis über die anhaltenden tragischen Ereignisse in der Ukraine und sein tiefes Mitgefühl für alle von dieser Tragödie Betroffenen aus«.

»Wir setzen uns für die sofortige Beendigung des bewaffneten Konflikts ein und unterstützen voll und ganz dessen Lösung durch den Verhandlungsprozess und mit diplomatischen Mitteln«, hieß es weiter. Das Unternehmen werde seine Bemühungen fortsetzen, »Verbraucher in aller Welt zuverlässig mit Energie zu versorgen« und dass es sich »für die Stärkung des Friedens, der internationalen Beziehungen und der humanitären Beziehungen« einsetze.

Anders als die meisten Konzerne in der russischen Energiebranche wie Rosneft oder Gazprom ist Lukoil nicht in Staatsbesitz. Das Unternehmen ist an der Londoner Börse gelistet und gehört mehrheitlich dem Management, allen voran Vorstandschef Wagit Alekperow und dessen Stellvertreter Leonid Fedun.

Prominente russische Geschäftsleute außerhalb des Landes haben sich besorgt über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Invasion geäußert, aber das Statement von Lukoil gehört zu den ersten derartigen Erklärungen eines großen Unternehmens im Inland. Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat der Westen beispiellose Sanktionen gegen Moskau verhängt, was unter anderem den russischen Rubel zum Absturz brachte.

fdi/Reuters/AFP