Lukrativer Wiederaufbau Japanische Tragödie lockt Spekulanten an

Wo Milliardenwerte zerstört wurden, müssen neue Milliarden investiert werden: Dieser Logik folgen Investoren, die auf den Wiederaufbau in Japan wetten. Sie sehen auch ausländische Unternehmen als mögliche Gewinner.
Zerstörung im Hafen von Sendai: Hoffen auf einen Boom wie 1995

Zerstörung im Hafen von Sendai: Hoffen auf einen Boom wie 1995

Foto: Alex Hofford/ dpa

Hamburg - Die Lage in Japan ist dramatisch. Die Zahl der Opfer durch das Erdbeben wächst, hinzu kommt die Angst vor einer nuklearen Katastrophe. Während Ausländer und eine wachsende Zahl von Japanern die Krisenregion verlassen, zieht es spekulative Anleger laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD") gerade jetzt mit ihrem Geld ins Land.

Angelockt werden die Investoren von den Aussichten auf einen lukrativen Wiederaufbau in den Erdbebenregionen. So stiegen am Mittwoch nach dem vorübergehenden Einbruch des japanischen Aktienmarktes besonders die Aktienkurse von Unternehmen, die Ersatz für die zerstörte Infrastruktur schaffen könnten - etwa der Immobilienkonzern Mitsui Fudosan   oder das Bauunternehmen JGC Corporation.

"Man kann das menschliche Element der Tragödie nicht leicht beiseiteschieben, aber als Investor muss man den besten Platz für sein Kapital suchen", zitierte die "FTD" Alex Motola, Fondsmanager des Thornburg International Growth Fund. Die Anleger hoffen auf eine ähnliche Entwicklung wie nach dem schweren Erdbeben 1995 im japanischen Kobe. In dessen Folge waren die Kurse von Bau-, Ausrüstungs- und Immobilienfirmen überdurchschnittlich gestiegen.

Doch auch ausländische Firmen könnten laut den Analysten mit dem Wiederaufbau in Japan Gewinn machen. Zu ihnen zählen etwa der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar  , aber auch Energiekonzerne wie Total Fina Elf   oder Chevron  . Sie könnten von einer steigende Nachfrage nach Öl profitieren, da in Japan auch zahlreiche Raffinerien ausgefallen sind.

Auch Chipfabrikanten wie das US-Unternehmen AMD oder der deutsche Hersteller Infineon   könnten zu den Gewinnern zählen: Ihre japanischen Konkurrenten mussten wegen des Bebens die Produktion unterbrechen, weltweit werden Lieferengpässe befürchtet.

dab
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