Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz ist reicher als bekannt

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz legte vor kurzem ihren Milliardenstreit mit der Deutschen Bank bei. Nun kommt heraus: Mit dem Vergleich stellt sie sich deutlich besser als bisher gedacht.
Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz

Foto: Marius Becker / dpa

Der Mediator Clemens Vedder, der denVergleich zwischen Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz und der Deutschen Bank zustande gebracht hat, wird auch Schickedanz' Immobilienportfolio verwerten. Demnach handelt es sich um etwa 100 Objekte, die teilweise in Immobiliengesellschaften liegen. Der Wert wird von der Großbank auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

Vedder hat zwei Jahre Zeit, um die Immobilien zu verkaufen. Von dem Erlös bekommt Schickedanz etwa ein Fünftel, das Gros die Deutsche Bank.

Das bedeutet, dass sich Schickedanz mit dem geschlossenen Vergleich deutlich besser stellt als bisher bekannt. Sicher zugesagt ist ihr ein Vermögen von rund 70 Millionen Euro, einschließlich ihres Elternhauses in Hersbruck bei Nürnberg und einer weiteren Villa im fränkischen Zirndorf, in der ihr zweiter Ehemann, der ehemalige Quelle-Chef Wolfgang Bühler, Wohnrecht auf Lebenszeit hat. Hinzu kommen die Erlöse aus den Immobilienverkäufen.

Sal.-Oppenheim-Chef blockiert Prozessende

Schickedanz' Anwälte hatten 2012 Klage gegen die Deutsche-Bank-Tochter Sal. Oppenheim und 13 weitere Firmen und Personen eingereicht, weil sich ihre Mandantin von der Privatbank falsch beraten fühlte und deshalb fast ihr gesamtes Vermögen verloren habe. Dabei ging es um einen Streitwert von 1,9 Milliarden Euro. Sechs Beklagte hatten Widerklagen eingereicht.

Mit dem im Dezember geschlossenen Vergleich wurde der Prozess vor dem Landgericht Köln nicht automatisch beendet. Hierüber wollte das Gericht am 20. Dezember entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten alle Beteiligten ihre Klagen zurücknehmen und die Bereitschaft erklären müssen, ihre Anteile an den Prozesskosten zu bezahlen.

Am Ende fehlte nur die Einwilligung des früheren Sal.-Oppenheim-Chefs Matthias Graf von Krockow. Auch Mitte Januar war noch unklar, ob von Krockow nachträglich seine Zahlungsbereitschaft erklärt oder ob die Deutsche Bank seinen Prozesskostenanteil in fünf- bis sechsstelliger Höhe übernimmt, damit das Verfahren beendet werden kann.

Das Gericht hat seinen Verkündungstermin zum wiederholten Mal verschoben - nun auf den 7. Februar.

Fotostrecke

Fotostrecke: Das sind die 20 reichsten Deutschen

Foto: Wolfram Steinberg/ picture alliance / dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.