Mächtige Wirtschaftsfrauen Von seiner Seite an die Spitze

Sie machten Karriere ohne Quote: Friede Springer und Liz Mohn stiegen vom Kindermädchen und der Telefonistin zu den mächtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft auf. Jetzt rückt Ursula Piëch in den VW-Aufsichtsrat auf. Denn wenn es ums Erbe geht, vertrauen die Bosse ihren Frauen. Die Übersicht.

Ursula und Ferdinand Piëch: Vertraute statt Rivalin
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Ursula und Ferdinand Piëch: Vertraute statt Rivalin

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Hamburg - Als Tüftler hat er wichtige Technologien vorangebracht, als Manager Audi und Volkswagen saniert und zahlreiche Machtkämpfe gewonnen: Ferdinand Piëch wurde einer der wichtigsten Wirtschaftsbosse der Welt. Der Volkswagen-Aufsichtsratschef regiert in einer Männerbranche. Aber wenn es um sein Erbe geht, vertraut er einer Frau.

Piëch hat alles darauf ausgerichtet, dass seine Frau Ursula nach seinem Tod über den Nachlass wachen soll. Seine Firmenanteile hat der 74-jährige Manager bereits in zwei Stiftungen eingebracht. Auch dem Volkswagen-Konzern will er in seinem Sinne Kontinuität verordnen. Darum soll die 55-jährige Ursula Piëch in den Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer einziehen. Ihr Mann möchte erneut Chef des Kontrollgremiums werden.

Piëch gilt als harter Chef, der seinen Managern keine Fehler verzeiht. Seine Frau bereitet er aber offenbar seit Jahren geduldig darauf vor, das Familienerbe in seinem Sinne zu verwalten. In den beiden Stiftungen, die Piëchs Firmenanteile verwalten, ist Ursula Piëch bereits die Stellvertreterin ihres Mannes.

Eine Frauenquote lehnen viele Vorstandsbosse oft mit dem Verweis ab, es gebe zu wenig qualifizierte Bewerberinnen. Ursula Piëch gibt in der Kandidatur für den VW-Aufsichtsrat ihren Beruf mit "Kindergärtnerin und Horterzieherin mit zusätzlichem Prüfungsfach Wirtschaft und Recht" an - und VW-Chef Martin Winterkorn gibt sich von der künftigen Konzern-Kontrolleurin begeistert. Der Manager - und Untergebene von Ferdinand Piëch - nannte dessen Gattin eine "sehr kompetente und unternehmerisch denkende Frau".

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Frauen in der Wirtschaft: Karrieren für das Erbe
Protegiert vom mächtigen Ehemann haben Frauen offenbar gute Chancen, sich in der Wirtschaft zu etablieren. Piëchs Strategie haben andere Unternehmer bereits umgesetzt. Die Verleger Axel Springer und Reinhard Mohn, der Industriezulieferer Georg Schaeffler und der BMW-Großaktionär Herbert Quandt - sie alle zogen ihre Ehefrauen als Nachfolgerinnen heran. Die Lebenswege dieser Frauen weisen überraschende Parallelen auf.

Sehen Sie in der Bilderstrecke, welche Frauen sich in der Männerwelt durchgesetzt haben - und nach welchem Erfolgsrezept sie vorgegangen sind.

mmq

insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
breisig 12.03.2012
1.
Zitat von sysopDPASie machten Karriere ohne Quote: Friede Springer und Liz Mohn stiegen vom Kindermädchen und der Telefonistin zu den mächtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft auf. Jetzt rückt Ursula Piëch in den VW-Aufsichtsrat auf. Denn wenn es ums Erbe geht, vertrauen die Bosse ihren Frauen. Die Übersicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,820887,00.html
früher wollte ich immer spielerfrau werden. jetzt wäre ich doch lieber wirtschaftsbossfrau. wobei, bin eh ein kerl..
grimjaur 12.03.2012
2. Naja
Zitat von sysopDPASie machten Karriere ohne Quote: Friede Springer und Liz Mohn stiegen vom Kindermädchen und der Telefonistin zu den mächtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft auf. Jetzt rückt Ursula Piëch in den VW-Aufsichtsrat auf. Denn wenn es ums Erbe geht, vertrauen die Bosse ihren Frauen. Die Übersicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,820887,00.html
Naja, Wow, wenn man sich zumindest durch diese Bilderserie klickt, fällt auf, dass die Damen zwar sicher nicht blöde sind und ihre Unternehmen gut führen, aber aus eigener Kraft hat das keine einzige geschafft. Alle dieser Damen haben diese erfolgreichen Konzerne von ihren Männern geerbt oder übernommen. Zu sagen "Welche Frauen sich in der Männerwelt durchgesetzt haben" fällt mir dabei etwas schwer. Ich würde endlich gern mal sehen, dass im 21. Jahrhundert Frauen ihre eigenen Konzerne/Firmen gründen und Sachen damit machen, die die Welt wirklich nach vorne bringen. Ansonsten ist das ganze "wir Frauen machen alles besser"-Gerede m.E. hohl...;-)
Chlodwich 12.03.2012
3. ...
Zitat von sysopDPASie machten Karriere ohne Quote: Friede Springer und Liz Mohn stiegen vom Kindermädchen und der Telefonistin zu den mächtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft auf. Jetzt rückt Ursula Piëch in den VW-Aufsichtsrat auf. Denn wenn es ums Erbe geht, vertrauen die Bosse ihren Frauen. Die Übersicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,820887,00.html
So stellt man sich dann die Quoten vor.
knieselstein 12.03.2012
4. Sie hatten halt
zwei Vorzüge mehr ;-)
Baikal 12.03.2012
5. Und die..
Zitat von knieselsteinzwei Vorzüge mehr ;-)
.. im richtigen Moment auch zur Verfügung gestellt: das Kindermädchen wenn die Ehefrau aushäusig war und die Telefonistion immer dann, wenn der Ehemann das Haus verlassen mußte wenn Mohn abends klingelte. Tolle Leistung, die Natur zu instrumentalisieren.
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