Märklins Modelleisenbahnen Produkte für Kinder statt gestandene "Vorbildfetischisten"

Nicht mehr nur ältere Sammler sollen Märklins Modelleisenbahnen kaufen, sondern auch Kinder und Jugendliche. Mit speziellen Marken will das Unternehmen ein jüngeres Publikum ansprechen.

Märklin-Modelleisenbahn: "Die Kinder und Jugend gänzlich vergessen"
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Märklin-Modelleisenbahn: "Die Kinder und Jugend gänzlich vergessen"


Spielspaß statt Sammlerobjekt: Der Modelleisenbahnhersteller Märklin versucht, mit speziellen Kindermarken mehr junge Kunden anzulocken. Nach Ansicht von Geschäftsführer Florian Sieber hat die Modellbahnbranche das viel zu lange verschlafen. "Man hat die Kinder und die Jugend gänzlich vergessen", sagte Sieber.

Stattdessen habe man sich jahrelang von "Vorbildfetischisten" unter den Kunden treiben lassen, die bei den Modellen auf jedes kleinste Detail achten. Dadurch seien die Entwicklungs- und Fertigungskosten der Modelle nach oben geschossen. "Wenn ich heute 300 Einzelteile fertigen und zusammenfügen muss, und das mit Stückzahlen, die jedes Jahr zurückgehen, dann macht das unser Produkt nicht billiger", sagte Sieber.

Märklin versuche, mit Kindermarken jüngere Kunden anzusprechen. "Es ist nicht einfach. Das ist ein vollkommen neuer Markt", sagt Firmenchef Siebert. Doch man wolle weiter in diese Segmente investieren. Bisher habe der Hersteller "nur den Spieler und Sammler, den älteren Mann im Grunde" angesprochen.

Der Hersteller aus dem schwäbischen Göppingen gehört inzwischen zu der Gruppe Simba Dickie, wird aber als eigenständiges Unternehmen geführt. Die Firma war vor zwei Jahren aus einem Insolvenzverfahren heraus übernommen worden.

kpa/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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Saïph 29.06.2015
1. Aha
Und wo ist da jetzt der Nachrichtenwert? Den Kurs fährt Märklin schon seit der Insolvenz - sprich seit ein paar Jahren. Einfach nur Werbung hier?
Mertrager 29.06.2015
2. Das ist schlicht Quatsch
Und stimmt so noch nicht einmal bei Märklin. Dort gibt es schon lange Bestrebungen junge Kunden anzusprechen. Den Erfolg sollte der GF kennen. Ich kenne diese Zahlen nicht. - Man sollte aber auch beachten, wo man Geld verdienen kann. Beim Auto sind es die teuren Modelle. Nicht das Massengeschäft. An den Neuheiten gemessen, überführt der neue Eigentümer die Spur 1 in den Dornröschenschlaf. So wird das nix.
cinkor 30.06.2015
3. Na guten Morgen.
Ich war 12 Jahre alt als ich von meinem ersparten Geld das ich zu Feierlichkeiten bekommen hatte meinen ersten Märklin Set kaufen könnte und es war nicht viel Geld was ich da hatte. Nun ich habe vor 40 Jahren aufgehört mit Modelleisenbahnen zu spielen. Aber wenn ich heute zufällig in München zum Obletter gehe um ein Geschenk zu kaufen und um der alten Erinnerungen wegen bei der Modelleisenbahnabteilung halt mache, sind nur die Preise die mich zum Staunen bringen. Die Idee find ich toll. Gibt den Kindern zurück was eigentlich für Kinder gedacht war.
dunkelpeter 30.06.2015
4. Endlich!
Ich hoffe nicht nur für H0, sondern auch für die kleine Spur Z, die optimale Grösse für Menschen, die zum Spielen nicht nur eine kleine Nebenbahn haben möchten.
khid 30.06.2015
5. Beispiel LEGO
Mal ganz im ernst: Welche Kinder ziehen sich heute noch "freiwillig" in den Keller zurück, um zu spielen? Oder bauen eine Eisenbahn im Kinderzimmer auf, bis Mutti kommt und "Aufräumen" mault? Eben: Sehr wenige! Modelleisenbahnen sind etwas für "Eigenbrödler", die nicht mit anderen interagieren (wollen). In Zeiten von Teamfähigkeitswettbewerben und anderen "Soft-Skills", kaum das Mittel der Wahl, um künftige "Eliten" in unserem "Schweinesystem" zu generieren.... LEGO hat das bereits vor einem guten Jahrzehnt erfolgreich erkannt und, vom Stein vollkommen losgelöst, Software-Produkte auf den Markt gebracht. Auch bei Carrera und Co. gab es entsprechende Versuche... Märklin sollte diesen Schritt ebenfalls versuchen: Interaktive Software, die sowohl "virtuell eigenständig" als auch "hybrid" funktionieren kann. Irgendwas zwischen "Emergency", "Indiana Jones" und "Eisenbahn-Tycoon".... Mit Witz, Multiplayerfähigkeit (Stichwort "Little Big Planet") und technischer Erweiterbarkeit. Märklin könnte, Erfolg vorausgesetzt, mit stetigen Upgrades (DLC), neuen Versionen und Co., zudem die "Hardware-Produktion" am Leben lassen - und ggf. sogar ausbauen, wenn "Kind" am Ende doch den eigenen "endgeilen" Entwurf von der Playstation, XB One, dem Smartphone oder Tablet im heimischen Keller mit Papi nachbauen will - oder mit Kumpels aus der Schule... Na ja, wir sind hier leider in Deutschland - da werden solche Ideen ohnehin nie "kindgerecht" zu Ende gedacht...oder?
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