Mäusekot und Speisereste Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Großbäckerei

Seit Tagen ist die Produktion gestoppt, nun kommen immer mehr unappetitliche Details ans Licht: Die Großbäckerei Müller steht offenbar schon jahrelang im Visier der Lebensmittelkontrolleure. Die Beamten sollen unter anderem Mäusekot gefunden haben.
Müller-Filiale in Süddeutschland: Die Großbäckerei lieferte auch an Supermärkte

Müller-Filiale in Süddeutschland: Die Großbäckerei lieferte auch an Supermärkte

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

Neufahrn - Nach und nach wird bekannt, mit welchen Hygieneproblemen die Großbäckerei Müller-Brot seit Jahren kämpft. Das bayerische Unternehmen hat seine Produktion gestoppt. Doch Lebensmittelkontrolleure und die Staatsanwaltschaft haben den Betrieb angeblich schon länger im Blick.

Die Öffentlichkeit erfuhr erst vor wenigen Tagen, dass das Unternehmen mit massiven Problemen zu kämpfen hat. Der Leiter des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, sagte dem Bayerischen Rundfunk, man habe wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen gefunden. Die Anlagen seien daraufhin gereinigt worden, später sei der Kot aber an anderen Stellen wieder aufgetaucht.

Das Landratsamt Freising habe die Staatsanwaltschaft Landshut bereits am 10. Mai 2011 auf Hygienemängel in dem Betrieb im bayerischen Neufahrn hingewiesen, sagte Oberstaatsanwalt Markus Kring. Besondere Kontrollen der Lebensmittelüberwachung habe es bereits seit zweieinhalb Jahren gegeben.

"Es wird wegen des Inverkehrbringens von Lebensmitteln ermittelt, die für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet sind", sagte Oberstaatsanwalt Kring. Ungeziefer habe bislang nicht die Hauptrolle gespielt. Es sei aber in der Branche bekannt, dass Mäuse und Schaben in Backstuben dazu gehören.

Von den hygienischen Mängeln seien "verschiedene Produktlinien und Teile des Betriebs betroffen gewesen", sagte Amtsleiter Zapf - etwa Maschinen, die Warenausgabe oder das Lager. Das Landratsamt hatte daraufhin mehrfach eine Reinigung des Betriebs angeordnet und deren Umsetzung überwacht. Es wurden mehrere Bußgelder verhängt, darunter zweimal 25.000 Euro.

"Die Situation hat sich leider nicht so verbessert, wie wir das erwartet haben", sagte Zapf. Wegen des "derart massiven Schädlingsbefalls" habe man beschlossen, dass eine wirkliche Sanierung nur möglich ist, wenn die gesamte Produktion stillgelegt wird. Deshalb habe man das Unternehmen vor wenigen Tagen gebeten, den Betrieb einzustellen, sagte Schwaiger. Ansonsten hätte die Behörde den Produktionsstopp angeordnet.

Nun soll nach einer erneuten Kontrolle entschieden werden, wie es in dem Werk weitergeht. "Es ist alles möglich: Freigabe, weitere Stilllegung oder eine Freigabe von Teilbereichen. Dafür müssen wir die Ergebnisse abwarten", sagte Zapf.

Müller-Brot zählt nach Angaben des Verbands Deutscher Großbäckereien zu den zehn größten Bäckereiketten Deutschlands. Die Firma erzielt nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 115 Millionen Euro pro Jahr. Müller-Brot backt bis zu eine Million Brötchen und Brezeln pro Tag sowie bis zu 70.000 Brote. Neben Broten für die eigenen Filialen produziert Müller-Brot auch Backwaren, die in Supermärkten verkauft werden.

stk/dpa