Mainzer Unternehmen Biontech will Impfstoffe in Ruanda und Senegal herstellen

Der Impfstoffhersteller Biontech prüft eine Produktion von Vakzinen in Afrika – es geht dabei um den Kampf gegen Malaria und Tuberkulose.
Impfstoffproduktion bei Biontech in Marburg

Impfstoffproduktion bei Biontech in Marburg

Foto: Michael Probst / AP

Der Impfstoffhersteller Biontech will Malaria- und Tuberkulose-Impfstoffe in Afrika herstellen. Man prüfe dazu den Aufbau nachhaltiger Produktionsmöglichkeiten in Ruanda und Senegal, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte.

»Unser Ziel ist es, in Afrika Impfstoffe zu entwickeln und nachhaltige Produktionskapazitäten für Impfstoffe aufzubauen, um gemeinsam die medizinische Versorgung zu verbessern«, sagte Vorstandschef Uğur Şahin nach einem Treffen mit den Präsidenten von Ruanda und Senegal, Paul Kagame und Macky Sall, sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Biontech hatte im Juli angekündigt, die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Malaria anzustreben und den Aufbau einer mRNA-Impfstoffproduktion auf dem afrikanischen Kontinent zu planen. Die Entscheidung zur Überprüfung einer möglichen Produktion in Ruanda und Senegal folgt nach Angaben des Unternehmens einer Empfehlung der Afrikanischen Union, der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union und der in Gründung befindlichen Afrikanischen Arzneimittelagentur.

Afrika importiert 99 Prozent seiner Impfstoffe

Die möglichen Standorte der Produktionsstätten sollen voraussichtlich bei den künftigen Impfstoffzentren der Weltgesundheitsorganisation WHO angesiedelt werden. Noch importiert Afrika 99 Prozent seiner Impfstoffe.

Für seinen Covid-19-Impfstoff hatte das Mainzer Biotechunternehmen zuletzt mit der südafrikanischen Biovac einen ersten Produktionspartner in Afrika gewonnen. Biovac wird aber nur den letzten Schritt übernehmen, also das Abfüllen und Verpacken. Die Wirkstoffsubstanz wird aus Europa kommen. Nun prüfte Biontech, wie das Unternehmen in Afrika zusammen mit Partnern oder allein mRNA-Produktionsanlagen für Impfstoffe aufbauen könnte.

apr/hba/dpa/Reuters
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