Deutsche Spitzengehälter Nur VW-Chef Winterkorn verdient so viel wie US-Manager

Seid umschlungen, Millionen: Die Löhne der Dax-Chefs legten 2014 kräftig zu. Besonders üppig fiel das Salär von VW-Chef Martin Winterkorn aus. Nur sein Gehalt erreicht das Niveau der Top-Manager in den USA.
VW-Chef Martin Winterkorn (Archivbild): Rekordgehalt

VW-Chef Martin Winterkorn (Archivbild): Rekordgehalt

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Frankfurt am Main – Mit der guten wirtschaftlichen Entwicklung steigen auch die Gehälter der Dax-Chefs. Die Vorstandsvorsitzenden haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 5,3 Millionen Euro verdient. Das ist ein Plus von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus einer Studie des Beratungsunternehmens Towers Watson hervorgeht.

Das Ranking führt erneut VW-Chef Martin Winterkorn an, er verdiente im vergangenen Jahr ein Rekordgehalt von 15,6 Millionen Euro. Rechnet man Nebenleistungen und Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung hinzu, kommt Winterkorn sogar auf 15,9 Millionen Euro. Das ist ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2013, im Vorjahr hatte der Manager 14,6 Millionen Euro verdient. Auf Rang zwei der Gehaltsliste landet Daimler-Chef Dieter Zetsche mit 8,4 Millionen Euro gefolgt von Henkel-Chef Kasper Rorsted mit 6,8 Millionen.

Winterkorn ist denn auch der einzige Spitzenverdiener, der sich mit den Kollegen in den USA messen kann. Im Ranking der deutschen Managergehälter verdienen die meisten anderen Top-Manager deutlich weniger als ihre Kollegen im Ausland. Die Chefs der im US-Index Dow Jones Industrial gelisteten Unternehmen erhielten 2014 der Studie zufolge ein Durchschnittsgehalt von 13,2 Millionen Euro. "Die durchschnittliche Vergütung eines CEOs in den USA liegt deutlich über deutschem Niveau. Dort sind weit höhere Vergütungen üblich und kulturell begründet", erklärt Ralph Lange von Towers Watson.

Das größte Gehaltsplus im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete Commerzbank-Chef Martin Blessing. Er kassierte ganze 106 Prozent mehr. Neben einem Grundgehalt von 1,3 Millionen Euro bekam er noch einmal gut den gleichen Betrag als variable Vergütung. Damit beliefen sich seine Gesamtbezüge für 2014 unter dem Strich auf 2,67 Millionen Euro. Der Grund für Blessings Gehaltssprung: Der Manager erhielt erstmals seit der Finanzkrise einen Bonus. Doch nicht alle Dax-Chefs bekommen mehr Geld überwiesen. Fünf Dax-Chefs müssen Gehaltseinbußen hinnehmen, darunter E.on-Chef Johannes Teyssen und Adidas-Chef Herbert Hainer.

Am unteren Ende der Gehaltsliste findet sich der Chef des Bergbauunternehmens K+S wieder: Norbert Steiner verdiente im vergangenen Jahr rund 2,1 Millionen Euro. Endgültig ist die Gehaltsliste der Beratungsgesellschaft jedoch nicht. In die Studie gingen nur jene 23 der 30 Dax-Unternehmen ein, deren Geschäftsberichte bereits vorlagen. So fehlen unter anderem die Gehälter der Chefs von Deutscher Bank und BMW.

Eine deutliche Kluft liegt zwischen den Löhnen der Vorstandsvorsitzenden und jenen der durchschnittlichen deutschen Arbeitnehmer. Während die Konzernchefs 2014 im Vergleich zu 2006 rund 30 Prozent mehr verdienten, fiel das Lohnplus beim durchschnittlichen Bruttolohn von Vollzeitangestellten zwischen 2006 und 2013 mit 16 Prozent deutlich geringer aus.

vlg/dpa