Fotostrecke

Wachstum der Containerschiffe: Größenwahn auf den Weltmeeren

Foto: dapd

Riesenschiffe Boom der Seeungeheuer

Hamburg bestaunt die "Marco Polo", das größte Containerschiff der Welt. Lange dürfte der Gigant diesen Rekord nicht halten, denn die nächste Generation von Mega-Schiffen ist längst im Bau. Das bringt neue Probleme: Häfen und Wasserstraßen werden zu klein.

Hamburg - Um wahrhaft gigantische Dimensionen zu beschreiben, bemühen Journalisten gerne Fußballplätze als Maßeinheit. Doch für ihre neuesten Containerschiffe reicht das der dänischen Reederei Maersk nicht aus. In einem Werbespot für die sogenannte Triple-E-Klasse werden ein Basketball-, ein Football- und eine Eishockeystadion aneinandergereiht - alle unter Deck eines einzigen Schiffs.

Triple-E gilt als die Zukunft in einer Branche, die seit langem auf immer gigantischere Modelle setzt. Die Gegenwart war am Mittwoch in Hamburg zu besichtigen: Erstmals lief die "CMA CGM Marco Polo" einen deutschen Hafen an. Mit einem Fassungsvermögen von rund 16.000 Standardcontainern (TEU) ist sie derzeit das größte Containerschiff der Welt.

Den Status dürfte die "Marco Polo" schon bald wieder verlieren: Im Juni 2013 ist die Auslieferung der ersten Triple-E-Schiffs geplant, das auf gut 18.000 TEU kommen wird. Das ist fast doppelt so viel wie die "Gudrun Maersk", die laut einer Aufstellung des Informationsdienstes Alphaliner noch im Jahr 2005 das größte Containerschiff der Welt war (siehe Fotostrecke). Sieben Jahre zuvor wiederum hatten der "President Truman" noch 4500 TEU für den Weltmeistertitel gereicht.

Aus Sicht der Reeder ist der Größenwahn sinnvoll. Kraftstoffverbrauch und damit auch CO2-Emissionen steigen langsamer als die Kapazität, Ökonomen sprechen in solch einem Fall von positiven Skaleneffekten. Unproblematisch sind die neuen Mega-Schiffe deshalb aber nicht, schließlich erfordern ihre gigantischen Ausmaße auch entsprechende Wasserwege. So könnte die "Marco Polo" Hamburg heute nicht komplett beladen anlaufen, dafür ist die Elbe zu flach. Der Besuch war deshalb auch Werbung für eine erneute Elbvertiefung, über die Hafen-Vertreter und Umweltschützer in der Hansestadt derzeit wieder einmal streiten.

Unter Platzmangel leidet freilich nicht nur Hamburg. Schiffe der Panamax-Klasse galten einst riesig, da sie dank ihrer Abmessungen gerade noch durch den Panama-Kanal passten. Mittlerweile wurde der Kanal vergrößert, Triple-E-Schiffe sind für ihn immer noch zehn Meter zu breit.

Mittlerweile gibt es die sogenannte Malakkamax-Klasse: Zu ihr gehören Schiffe, die gerade noch durch die flache Malakka-Meerenge zwischen Malaysia und Sumatra passen. Solche Schiffe könnten bis zu 470 Meter lang sein - das entspricht übrigens mehr als vier Fußballfeldern hintereinander.

dab
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.