Tagungsräume Maritim will nicht mehr an AfD vermieten

Nach dem Bundesparteitag soll Schluss sein: Die Hotelkette Maritim will vorerst keine Tagungsräume mehr an die AfD vermieten. Das Unternehmen distanziere sich "deutlich von der aktuellen politischen Ausrichtung und Gesinnung" der Partei.
Maritim Hotel in Köln

Maritim Hotel in Köln

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / Oliver Berg/d

Die Alternative für Deutschland (AfD) darf nach ihrem Bundesparteitag vorerst keine weiteren Veranstaltungen in Räumen der Hotelkette Maritim abhalten. Die massiven Proteste gegen den bevorstehenden Parteitag der rechtspopulistischen Partei im Kölner Maritim Hotel hätten das Unternehmen veranlasst, "sich deutlich von der aktuellen politischen Ausrichtung und Gesinnung der AfD zu distanzieren", teilte die Hotelkette in einer Stellungnahme  mit. "Deshalb werden die Maritim Hotels gegenwärtig keine weiteren Räumlichkeiten an die AfD vergeben."

Der Parteitag wird aber wohl im Kölner Maritim stattfinden. Die Hotelkette habe der AfD angeboten, kostenfrei aus dem Vertrag zurückzutreten, sagte Geschäftsführer Gerd Prochaska laut Mitteilung. Davon sei "bedauerlicherweise" kein Gebrauch gemacht worden. "Nach eingehender juristischer Prüfung ist ein Zurücktreten seitens Maritim leider nicht möglich", erklärte Prochaska.

Das Unternehmen hatte dem umstrittenen Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke zuvor ein Hausverbot für alle seine Hotels erteilt - und damit auch für den Bundesparteitag in Köln. In den vergangenen Wochen hatten Bündnisse, Prominente und Karnevalsstars Protest gegen den Parteitag im Kölner Maritim angemeldet. Von anderer Seite gab es nach Angaben des Betriebsrats sogar eine Todesdrohung gegen Mitarbeiter.

dab/dpa