Marktwert von 33 Milliarden Dollar Facebook wächst zu schnell für die Börse

500 Millionen Nutzer und ein Marktwert von mehr als 33 Milliarden Dollar: Das Wachstum von Facebook ist enorm - und wird jetzt zum Problem. Denn der exorbitante Preis könnte einen Börsengang schwierig machen.
Facebook-Chef Zuckerberg: Mit 26 Jahren ein 33-Milliarden-Unternehmen leiten

Facebook-Chef Zuckerberg: Mit 26 Jahren ein 33-Milliarden-Unternehmen leiten

Foto: Craig Ruttle/ AP

Facebook

Berlin - Es ist ein klassischer Interessenkonflikt: Einerseits will noch nicht an die Börse, weil die Stimmung und das Marktumfeld nicht optimal sind. Andererseits wollen einige Anteilseigner und Mitarbeiter schon jetzt ihre Papiere zu Geld machen. Die Folge: Es gibt einem Bericht der "Financial Times" zufolge einen regen Handel mit Facebook-Aktien auf dem weitgehend unregulierten sogenannten grauen Markt.

Und die Entwicklung verfolgt mancher Manager des größten sozialen Netzwerks mit zunehmenden Unbehagen, wie die "FT" schreibt. Denn mittlerweile sei der Marktwert von Facebook geradezu explodiert: Er sei auf 33,7 Milliarden Dollar gestiegen, schreibt die Zeitung. Stammaktien würden für 76 Dollar gehandelt.

Facebook wäre damit mehr Wert als Firmen wie Ebay (30,1 Milliarden Dollar) oder Yahoo (18,3 Milliarden Dollar), die an der Börse gehandelt werden. Solle Facebook den Weg aufs Parkett beschreiten, was derzeit frühestens für das Jahr 2012 erwartet wird, wäre das der größte Börsengang, seit Google im Jahr 2004 begann, seine Papiere öffentlich zu handeln.

Dass der Börsengang irgendwann kommt, gilt als sicher. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Online-Plattform eine Aktienstruktur eingeführt, nach der sich die Stimmrechte der damaligen Anteilseigner verzehnfachten. Man wolle die Kontrolle der bisherigen Aktieninhaber sichern, hieß es damals. Das Unternehmen betonte auch, dass ein Börsengang nicht unmittelbar bevorstehe.

Wie die eigene Größe zum Problem wird

Laut "Financial Times" ist jetzt aus dem Umfeld von Facebook zu hören, dass die Manager alles andere als glücklich sind über den enorm gestiegenen Marktwert. Die Preise auf dem grauen Markt seien aufgebläht, Anteile würden gekauft, ohne dass die Käufer genug wüssten über den Zustand des Unternehmens.

Der Hintergrund: Bei einem Börsengang müsste die Firma ihren eigenen Wert bestimmen und dabei die Kurse auf dem grauen Markt berücksichtigen. Das schreibt das amerikanische Steuergesetz vor. Außerdem darf eine Firma, die nicht an der Börse gehandelt wird, nicht mehr als 500 Anteilseigner haben. Laut "FT" heißt es bei Facebook, man befinde sich noch weit unter diesem Grenzwert. Das alles mache es komplizierter, den wahren Wert des Unternehmens zu ermitteln, zitiert die "FT" den Chef des nationalen Risikokapitalgeber-Verbandes, Mark Heesen.

Auch andere Internetfirmen warten - wie Facebook - noch mit ihren Börsengängen, etwa Twitter und LinkedIn. Auch die Anteilsscheine dieser Unternehmen werden auf dem grauen Markt in großem Umfang gehandelt, schreibt die "FT". Denn Investoren würden sich frühzeitig Anteile sichern wollen und haben keine Lust zu warten, bis sich die Unternehmen endlich zum Gang an die Börse entschließen.

otr
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