Früherer Wirecard-Chef Anleger können Markus Braun in Österreich verklagen

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun sitzt derzeit in Bayern in U-Haft. Der Vorwurf: Bandenbetrug. Nun entschied ein Gericht, dass Klagen auch im Nachbarland möglich sind. Hunderte Aktionäre kämpfen derzeit um ihr Geld.
Markus Braun (Archivbild): Entscheidend war sein Wohnsitz in Wien

Markus Braun (Archivbild): Entscheidend war sein Wohnsitz in Wien

Foto: Fabrizio Bensch / dpa

Anleger des insolventen deutschen Zahlungsdienstleisters Wirecard können den ehemaligen Vorstandschef Markus Braun in Österreich verklagen. Grund dafür ist Brauns Wohnsitz in Wien, wie das Oberlandesgericht Innsbruck am Freitag bestätigte.

Wiener Anwälte hatten eine Musterklage auf Schadensersatz eingebracht. Braun hatte dagegen argumentiert, dass er wegen seiner andauernden U-Haft in Bayern nicht mehr in seinem Heimatland wohnt. Nun stellte das Tiroler Gericht fest, dass die Zivilklage in Österreich zulässig ist. Die Wiener Kanzlei Aigner Lehner Zuschin vertritt nach eigenen Angaben  Hunderte Wirecard-Anleger, die vor Gericht in München und nun teilweise auch in Österreich um ihr verlorenes Geld kämpfen.

Ermittler werfen Braun und anderen Wirecard-Managern gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor. Sie sollen Banken und Investoren mithilfe manipulierter Bilanzen um drei Milliarden Euro geprellt haben. Der SPIEGEL veröffentlichte seine Recherchen zum Wirecard-Skandal in einer umfassenden Titel-Geschichte , die das Doppelleben des früheren Wirecard-Vorstands Jan Marsalek aufdecken.

ime/dpa
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