GM-Chefin Mary Barra Eine Frau führt die Car Guys

Diese Personalie ist eine kleine Sensation: Als erste Frau wird Mary Barra General Motors leiten, den zweitgrößten Autokonzern der Welt. Es ist der Höhepunkt eines mustergültigen Aufstiegs in einer von Männern dominierten Branche.

Mary Barras Credo: "Keine weiteren Schrottkarren"
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Mary Barras Credo: "Keine weiteren Schrottkarren"

Von manager-magazin.de-Redakteur


Hamburg - Wer Ende September genau hinhörte, hätte es bereits ahnen können. Da räsonierte General-Motors-Chef Dan Akerson bei einer Konferenz über die Rolle von Frauen in der amerikanischen Autobranche. Eines Tages werde einer der drei großen US-Autohersteller von einer Frau geleitet werden, sagte Akerson damals. "Ich glaube das wirklich", fügte er hinzu.

Nun wird Akersons Prophezeiung im Eiltempo Wirklichkeit. Bereits ab Mitte Januar übernimmt Mary Barra die Führung des weltweit zweitgrößten Autoherstellers, zu dem auch die deutsche Marke Opel gehört. Es sei eine aufregende Zeit, um an der Spitze von General Motors (GM) Chart zeigen zu stehen, sagte Barra bei der Bekanntgabe der Entscheidung.

IBM, HP, Yahoo, Pepsi - und jetzt General Motors

Die Berufung Barras ist auch ein Signal an hiesige Unternehmen. Im Gegensatz zu Deutschland schaffen es Frauen in den USA längst auf die Spitzenposten amerikanischer Großkonzerne. Barra befindet sich in illustrer Gesellschaft. Die Computerriesen IBM Chart zeigen und Hewlett-Packard Chart zeigen, der Internetkonzern Yahoo Chart zeigen oder der Softdrinkkonzern PepsiCo Chart zeigen werden allesamt von Frauen geleitet.

Barras Lebenslauf repräsentiert einen Teil des typisch amerikanischen Aufstiegstraums. Die gebürtige Detroiterin hat ihr gesamtes Berufsleben bei GM verbracht - und sich von weit unten empor gekämpft. Im Jahr 1980 startete sie als Studentin am General Motors Institute und arbeitete zunächst als Ingenieurin in einem Werk der GM-Marke Pontiac, wo ihr Vater 39 Jahre lang beschäftigt war.

Barras Ansatz: "Keine weiteren Schrottkarren"

In der Fabrik in der Autostadt Flint gab es nur wenige Frauen - und noch weniger 18-Jährige, wie Barra vor kurzem in einem Interview sagte. "Es war eine eher rauere Umgebung. Das macht dich härter".

Barras Karriere kam in Schwung, als GM die Elektroingenieurin in ein Talentprogramm holte und ihr per Stipendium ein MBA-Studium ermöglichte. Danach arbeitete sie einige Zeit als Assistentin des damaligen GM-Chefs Jack Smith. In ihrer bislang 30-jährigen Laufbahn bei dem US-Konzern leitete Barra unter anderem ein Autowerk, war weltweite Personalchefin - und zuletzt für die Produktentwicklung zuständig.

Dabei konnte sie mit ihrer ruhigen und besonnenen Art wohl besser punkten als ihr schillernder Vorgänger Bob Lutz. Als Produktentwicklerin verbuchte sie einige wichtige Erfolge für sich. So bekamen das unter ihrer Regie entwickelte Modell Chevrolet Impala und Cadillacs Mittelklassewagen CTS hervorragende Kritiken von US-Fachmagazinen.

Ihren Ansatz brachte Barra einmal so auf den Punkt: "Keine weiteren Schrottkarren". Und noch etwas scheint ihr sehr am Herzen zu liegen: Einfachheit. Berichten zufolge hat sie als Personalchefin darauf gedrängt, die bei GM weit verbreiteten bürokratischen Prozeduren deutlich zu vereinfachen - und den Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung zu geben. So soll sie etwa den zehnseitigen Dresscode im internen Personalerhandbuch von GM mit einem einzigen Satz ersetzt haben: Kleiden Sie sich passend.

Nachholbedarf hat die zweifache Mutter aber offenbar bei sozialen Medien: Ihr bislang nicht offiziell bestätigtes Twitter-Profil weist genau zwei Einträge auf, den letzten vom 30. April. Damit ist sie dem scheidenden GM-Boss Dan Akerson allerdings voraus. Denn der lässt sich bei Twitter nur vom offiziellen GM-Kanal repräsentieren.

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