Maschinenbau Aufträge brechen um 43 Prozent ein

Der deutsche Maschinenbau leidet massiv unter der globalen Krise. Die Aufträge sind zum elften Mal in Folge massiv eingebrochen - im August sanken die Bestellungen um 43 Prozent. Dennoch hofft die Branche, dass die Talsohle bald erreicht ist.
Armaturen-Fertigung: Dramatische Auftragseinbrüche

Armaturen-Fertigung: Dramatische Auftragseinbrüche

Foto: A3446 Patrick Seeger/ dpa

Frankfurt am Main - Der Maschinenbau leidet durch die Weltwirtschaftskrise unter massiven Auftragsrückgängen - doch trotz desaströser Zahlen schöpft die Branche allmählich wieder Hoffnung: Zwar sind die Bestellungen im August um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, die Talsohle aber dürfte nach Einschätzung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bald erreicht sein.

"Auch wenn die Vorjahresveränderungsraten diesen Eindruck nur schwer vermitteln können" - es sei bald eine Bodenbildung bei den Aufträgen zu erwarten, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Dieser Befund sei beim Inlandsgeschäft eindeutig, beim Auslandsgeschäft müsse er sich mit den nächsten beiden Monatsergebnissen noch erhärten.

Bis die wichtige Exportbranche zu einstigen Wachstumsraten zurückkehrt, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. So rechnet der VDMA für dieses Jahr mit einem Rückgang der Produktion um 20 Prozent. Für 2010 erwartet die Branche in etwa das Vorjahresniveau.

Schwerste Krise seit 60 Jahren

Die stark exportabhängigen Hersteller von Maschinen "Made in Germany" stecken in der schwersten Krise seit über 60 Jahren. Die Bestellungen sind im August bereits den elften Monat in Folge eingebrochen. Schon kurz nach der Pleite der amerikanischen Lehman-Bank am 15. September 2008 ging es auch für die deutsche Boombranche rasant bergab.

Im Oktober 2008 sackte der Auftragseingang um 16 Prozent ab, im November schon um 30, im Dezember um 40 Prozent. So ging es weiter: Januar minus 42 Prozent, Februar 49, März 35, April 58, Mai 48, Juni 46 Prozent, Juli 43 und August ebenfalls 43 Prozent.

Nach den dramatischen Auftragseinbrüchen in den vergangenen Monaten hatten die Maschinenbauer jüngst ihre Erwartungen für 2009 weiter zurückgeschraubt. Demnach wird das Produktionsvolumen um 20 Prozent sinken. Für 2010 ist laut VDMA ein weiterer Stellenabbau zu befürchten.

In den vergangenen Jahren hatten die Maschinenbauer einen beispiellosen Höhenflug hinter sich. Nach fünf Wachstumsjahren in Folge stieg das Produktionsvolumen 2008 auf 196 Milliarden Euro.

ssu/AP/dpa/Reuters
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