Trotz Handelskonflikt Maschinenbauer exportieren deutlich mehr

Ungeachtet des von US-Präsident Donald Trump geführten Handelsstreits ist die internationale Nachfrage nach Maschinen aus Deutschland 2018 stark gestiegen. Und wichtigster Exportmarkt sind weiterhin die USA.

Turbinenfertigung beim Windkraftanlagenbauer Nordex in Rostock
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Turbinenfertigung beim Windkraftanlagenbauer Nordex in Rostock


Trotz der gewachsenen Unsicherheiten im Welthandel haben die deutschen Maschinenbauer im vergangenen Jahr ihre Exporte wieder deutlich steigern können. Der Wert der Ausfuhren sei im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2017 um 5,3 Prozent auf 177,8 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Branchenverband VDMA mit.

Gemessen an der Produktion stieg die Exportrate damit auf 79,2 Prozent. Das heißt, dass der deutsche Maschinenbau nahezu vier von fünf Euro im Ausland erlöst hat. "Das Wachstum der Exporte zeigt, dass unsere mittelständische Industrie mit ihren Hightech-Produkten auch in schwierigen Zeiten sehr gefragt ist, weil Kunden aus aller Welt diese Maschinen und Anlagen benötigen", sagt VDMA-Chefvolkswirt Olaf Wortmann.

Wichtigster Exportmarkt blieben dem Verband zufolge die USA mit einem Volumen von 19,25 Milliarden Euro. Sie liegen damit ganz knapp vor China mit 19,06 Milliarden Euro. Die gute US-Konjunktur und die Unternehmenssteuerreform unter Präsident Donald Trump haben demnach die Verkäufe begünstigt.

Aufträge wegen Brexit vorgezogen?

Angesichts der Ausrichtung auf die USA hatte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann vergangenes Jahr aber bereits auch vor der Gefahr eines "weltweiten Handelskriegs" gewarnt, zu dem eine "drohende Spirale aus wechselseitigen Strafzöllen" am Ende führen könne. Strafzölle seien für beide Seiten schädlich, hieß es. "Sie führen einerseits zu höheren Preisen auf dem amerikanischen Markt und senken damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Industrie."

Aktuell hat der Maschinenbau auch noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Die für 2018 selbst gesteckten Produktionsziele seien verfehlt worden, weil unter anderem das Material knapp sei und es an Fachpersonal fehle. Die Branche wuchs dem Verband zufolge deshalb statt um fünf nur um zwei Prozent.

Viele Aufträge könnten erst im Laufe dieses Jahres abgearbeitet werden, hieß es. Selbst bei zurückhaltender Nachfrage geht der VDMA daher auch für 2019 von einem Produktionszuwachs von zwei Prozent aus.

Knapp die Hälfte der Maschinenexporte aus Deutschland (47,2 Prozent) gingen in EU-Länder, darunter ist Frankreich der größte Einzelabnehmer. Nach Großbritannien lieferten die deutschen Unternehmen Maschinen im Wert von 7,7 Milliarden Euro, eine Steigerung um 5,1 Prozent - und Platz fünf im Exportranking. Aufträge könnten wegen des Brexits vorgezogen worden sein, schätzt VDMA-Ökonom Wortmann.

apr/dpa/Reuters

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