Studie Chinesische Maschinenbauer hängen deutsche Konkurrenten immer weiter ab

Den Titel Exportweltmeister hat Deutschland im Maschinenbau längst an China verloren. Laut einer neuen Studie der bundeseigenen Wirtschaftsförderer von GTAI vergrößert sich der Abstand zwischen den Ländern immer mehr.
Maschinenproduktion in Xuanhua: Kampf um Technologieführerschaft

Maschinenproduktion in Xuanhua: Kampf um Technologieführerschaft

Foto: Chen Xiaodong / Imaginechina via AP

Die gute Nachricht vorneweg: Auch die deutschen Maschinenbauer werden 2021 laut einer Studie der bundeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) wieder mehr exportieren – plus 13 Prozent auf 249 Milliarden Dollar. Den Wettlauf mit China hat die jahrelang prägende deutsche Ingenieurskunst auf dem Gebiet des Maschinen- und Anlagenbaus jedoch wohl dauerhaft verloren.

China baut seinen Vorsprung vor dem früheren Maschinenbau-Exportweltmeister Deutschland einer Studie zufolge nun wieder massiv aus. Die chinesischen Ausfuhren von Maschinen und Anlagen werden in diesem Jahr um fast 31 Prozent auf 296 Milliarden Dollar zulegen, die deutschen dagegen nur um 13 Prozent auf 249 Milliarden Dollar, wie aus der Untersuchung hervorgeht, aus der die Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

2020 war die Volksrepublik in dieser Branche erstmals am bisherigen Exportweltmeister Deutschland vorbeigezogen, doch fiel der Vorsprung mit sechs Milliarden Dollar viel kleiner aus als mit den nun erwarteten rund 47 Milliarden Dollar. Der Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) ging davon aus, dass China vergangenes Jahr mit 165 Milliarden Euro auf einen Anteil von 15,8 Prozent am gesamten Exportvolumen mit Maschinen und Anlagen kam. Deutschland verkaufte demnach Maschinen und Anlagen im Wert von 162 Milliarden Euro ins Ausland. Das entsprach noch einem Anteil von 15,5 Prozent.

Von Klimatechnik bis Bergbau: China dominiert immer mehr Sparten

»Dank Corona wurde China 2020 erstmals zum größten Lieferland von Maschinen weltweit«, heißt es nun in der Untersuchung. Das schnelle Hochfahren der dortigen Industrie nach dem strikten Lockdown habe dies ermöglicht. Die Studie warnt: »Die chinesische Konkurrenz läuft deutschen Exporteuren in immer mehr Segmenten den Rang ab.« Von den 28 Untersegmenten des Maschinen- und Anlagenbaus habe der Konkurrent 2020 bereits in 16 Sparten vor Deutschland gelegen. »Dazu gehören Bereiche, in denen Deutschland traditionell wertmäßig viel exportiert.« Genannt werden etwa die Bereiche Armaturen, Fördertechnik, Heiz-, Kühl-, Klimatechnik sowie Berg-, Hoch- und Tiefbaumaschinen.

Im Vergleich zu 2010 steigerten die deutschen Maschinenbauer ihre weltweiten Lieferungen 2020 um 8,7 Prozent. »Anbieter aus dem Reich der Mitte haben ihre Exporte im gleichen Zeitraum hingegen nahezu verdoppelt«, heißt es. »Der Trend zeigt, dass der deutsche Export auch dieses Segment langfristig an chinesische Maschinenbauer verlieren dürfte.« Allerdings produzieren auch viele ausländische Unternehmen vor Ort in China, darunter Maschinenbauer aus Deutschland.

Peking will die Technologieführerschaft in ausgewählten Industriezweigen erringen, wozu das Programm »Made in China 2025« initiiert wurde. »Dabei greift die chinesische Führung in den Markt ein, indem sie unter anderem chinesische Staatsunternehmen subventioniert und gegenüber ausländischen Anbietern bevorzugt.« Deutsche Unternehmen berichten demnach von zahlreichen Beschränkungen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit schmälerten. Dazu zählen Joint-Venture-Zwänge, der erschwerte Zugang zu öffentlichen Aufträgen sowie Eingriffe in die Führung ausländischer Unternehmen durch Parteikader.

Der Aufstieg Chinas eröffnet laut VDMA dennoch Chancen für deutsche Hersteller. Zum Beispiel gebe es auf dem Gebiet von Industrierobotern »spürbaren Nachholbedarf« in China, was gute Exportchancen verspreche.

apr/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.