Massive Wertsteigerung Polizei warnt Museen vor Nashorn-Diebstählen

Die britische Polizei mahnt Museen und Auktionshäuser zur Vorsicht: Seit Monaten machen Diebe Jagd auf Nashorn-Hörner. Deren Wert übersteigt den von Gold mittlerweile um das Doppelte.

Nashorn im Zoo: Kilopreise bis zu 67.000 Euro
dpa

Nashorn im Zoo: Kilopreise bis zu 67.000 Euro


London - Das Diebesgut ist ebenso exotisch wie begehrt: Laut der Metropolitan Police von London haben europäische Museen und Auktionshäuser allein in den vergangenen sechs Monaten rund 20 Diebstähle von Nashorn-Hörnern gemeldet Allein fünf Hörner wurden Anfang Juni aus dem Zoologischen Museum in Hamburg entwendet.

Gut organisierte Verbrecherbanden würden Schaukästen zerschmettern und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, hieß es in einer Erklärung der Polizei."Wir raten allen Museen, Auktionshäusern, Schlössern und Privatleuten, die Nashorn-Hörner besitzen, besonders wachsam zu sein und ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen", so die Polizei-Einheit. Sie sollten darüber nachdenken, die Hörner aus den öffentlichen Ausstellungen zu entfernen und an sicheren Orten zu verwahren.

Den Grund für den Anstieg der Diebstähle vermuten die Beamten in der massiven Wertsteigerung von Nashorn-Hörnern, die für bis zu 67.000 Euro pro Kilo gehandelt werden - dem doppelten Preis von Gold. Experten führen dies auf eine erhöhte Nachfrage in der asiatischen Mittelklasse zurück, wo das Horn der Tiere als Medizin verwendet wird. Dem Hornmehl wird eine fiebersenkende Wirkung zugeschrieben.

Weltweit beschlagnahmten Zollbehörden in den vergangenen Monaten eine beträchtliche Menge von Hörnern. Die illegale Jagd auf Nashörner nahm vor allem in Südafrika rapide zu. Allein in diesem Jahr töteten Wilderer fast 200 Tiere. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF wird die Wilderei fast ausnahmslos von "professionellen Kriminellen" betrieben, die auch mit Helikoptern und Automatikwaffen auf die illegale Jagd gingen.

kra/Reuters/AFP



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