Sanktionsstreit Mastercard fürchtet die Putin-Card

Der US-Kreditkartenanbieter Mastercard sorgt sich um sein Russland-Geschäft. Präsident Putin hatte als Reaktion auf Sanktionen ein eigenes Bezahlsystem angekündigt.
Besorgt über Pläne Putins: Der US-Kreditkarten-Anbieter Mastercard

Besorgt über Pläne Putins: Der US-Kreditkarten-Anbieter Mastercard

Foto: Marius Becker/ dpa

Bangalore - Der US-Kreditkartenanbieter Mastercard ist über die Pläne Russlands zur Schaffung eines eigenen nationalen Zahlungssystems besorgt. Eine konkurrierende Karte könne für die Mastercard-Aktivitäten in Russland zum ernsten Problem werden, warnte das Unternehmen am Donnerstag bei Vorlage seiner Quartalszahlen. Auslöser für den Streit waren Sanktionen, die die USA in der Ukraine-Krise verhängt hatten.

Davon betroffen war unter anderem die Rossija-Bank, die als sehr Kreml-nah gilt. Visa und Mastercard hatten Zahlungstransaktionen für Kunden des Geldhauses eingestellt. Daraufhin hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Ende März die Gründung einer eigenen Gesellschaft für Kreditkarten angekündigt.

Bislang haben sich die von den USA gegen Russland verhängten Sanktionen für Mastercard aber noch nicht bemerkbar gemacht. Dank der guten Konsumstimmung der Kunden verdiente der Konzern im ersten Quartal deutlich mehr. Der Gewinn kletterte um 14 Prozent auf 870 Millionen Dollar, wie der zweitgrößte Kreditkartenanbieter nach Visa mitteilte. Das Transaktionsvolumen erhöhte sich um zehn Prozent. Die Einnahmen in Russland stellen den Angaben zufolge nur zwei Prozent des Mastercard-Gesamtumsatzes dar.

Visa hatte zuletzt betont, die Sanktionen gegen Russen gingen zu Lasten des Transaktionsvolumens, das Umsatzwachstum werde sich deshalb im laufenden Quartal verlangsamen.

jbe/Reuters