Nach EU-Steuerermittlungen McDonald's verlegt Auslandssitz

McDonald's zieht nach Einleitung von EU-Steuernachforschungen mit seiner internationalen Zentrale von Luxemburg nach Großbritannien. Die Fast-Food-Kette bezeichnete den Schritt als Teil einer Umstrukturierung.

Filiale von McDonald`s
AFP

Filiale von McDonald`s


Im Kampf gegen die Steuerflucht ist die EU-Kommission in ihren Ermittlungen auf McDonald's aufmerksam geworden. Die US-amerikanische Fast-Food-Kette kündigte an, die internationale Zentrale von Luxemburg nach Großbritannien umzuziehen.

Dort werde das Franchiseunternehmen eine neue Holding gründen, in der die meisten Lizenzgebühren von Geschäften außerhalb der USA eingehen würden. Der Schritt sei Teil einer Umstrukturierung, über die auch Kosten gespart werden sollten.

Im Juli hatte die Imbisskette erklärt, 5000 neue Arbeitsplätze in Großbritannien zu schaffen. Der Schritt wurde damit begründet, dass Verbundenheit mit den Briten zum Ausdruck gebracht werden solle, die sich angesichts des Brexit in einer schwierigen Lage befinden. Gewinne aus dem Auslandsgeschäft von internationalen Unternehmen mit Steuersitz in Großbritannien müssen dort praktisch nicht versteuert werden.

McDonald's drohen hohe Steuernachzahlungen

Im Zentrum der Steuerermittlungen der EU-Kommission stehen nach Angaben der Brüsseler Wettbewerbshüter zwei Vereinbarungen des Unternehmens mit den Finanzbehörden in Luxemburg. Aufgrund dieser Übereinkünfte habe McDonald's seit 2009 in Luxemburg keine Unternehmensteuern auf Lizenzgebühren gezahlt, die der Konzern von Franchisefilialen in Europa und Russland erhalten habe. Dabei habe Luxemburg McDonald's von den Abgaben in dem Wissen befreit, dass der Konzern auch in den USA praktisch keine Steuern auf diese Einkünfte zahlt.

Hintergrund ist die Auslegung des Abkommens zur Doppelbesteuerung zwischen Luxemburg und den USA. Eine Vereinbarung wie die zwischen McDonald's und Luxemburg müsse mit Blick auf illegale staatliche Hilfen genau untersucht werden, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

McDonald's drohen hohe Steuernachzahlungen. Die EU hat auch andere US-Unternehmen wie Starbucks, Fiat Chrysler, Apple und Amazon wegen deren Steuerpolitik im Visier.

pem/AFP/Reuters



insgesamt 58 Beiträge
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checkitoutple 08.12.2016
1. Nun einfach den Betrieb von Filialen in der EU untersagen.
Wer keine Steuern zählt hat einen unfairen Wettbewerbs Vorteil. Damit werden dann alle Konkurrenten geschädigt die ihre Steuern zahlen. Wer braucht schon diese Nahrungsmittel Dreck Schleuder....
Nice2know 08.12.2016
2. Jahrelang....
wurde das von des Bundesregierung und von der EU toleriert und durch für Konzerne passend zugeschnittene, neue Gesetze aus der Feder von Beratungsunternehmen, die von den Konzernen dafür bezahlt wurden, unterstützt. Nun wollen die gleichen Leute, die schon seit Jahrzehnten in der EU und Bundestag sitzen, angeblich etwas gegen Ihr eigenes Versagen und Verrates am Steuerzahler tun? Und dafür sollen wir die jetzt toll finden? Ich glaube dafür ist es mindestens 16 Jahre zu spät. http://www.tagesspiegel.de/politik/steuerflucht-in-der-eu-die-geheimen-geschenke-des-jean-claude-juncker/10945590.html http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/panama-papers-wie-bundesregierung-steuerflucht-beguenstigt-100.html
abca 08.12.2016
3. Ja
Gute Wahl.
Illya_Kuryakin 08.12.2016
4. Wahlzettel im Geldbeutel
Wir alle haben Wahlzettel im Geldbeutel! Da stehen Zahlen drauf. Und damit stimme ich ab. Finde ich Lohndumping, Steuervermeidung, etc. gut, dann mampf ich weiter bei McDonald's, schlürfe Starbucks aus Pappbechern und bestelle bei Amazon. Wenn nicht, dann suche ich Alternativen.
sozialismusfürreiche 08.12.2016
5. tja ... Beleidigte Leberwurst
Typisch beleidigte Leberwurst. Man wußte von Anfang an dass man Verträge mit Luxemburg schließt die strafbar sind. Jetzt wird die Strafe vollzogen und deshalb spielt McDoof jetzt die beleidigte Leberwurst und zieht weg. Das sagt alles. Nur beleidigte Leberwurst erinnert geschmacklich an Koprophagie. Wie soll man da zukünftig noch mit gutem Gewissen seine Pommes dort essen? Ich zumindest nicht mehr.
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