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Drogenepidemie in Amerika McKinsey zahlt im Opioid-Streit offenbar 573 Millionen Dollar

Ein US-Pharmakonzern fachte eine verhängnisvolle Schmerzmittelsucht an – und wurde dabei von McKinsey beraten. Nun stimmt das Unternehmen laut Medienberichten einem millionenschweren Vergleich zu.
Schmerzmittel Oxycodon: Verhängnisvolle Umsatzmaximierung

Schmerzmittel Oxycodon: Verhängnisvolle Umsatzmaximierung

Foto: Mark Lennihan/ AP

Ein umstrittenes Beratungsmandat kommt das Beratungsunternehmen McKinsey laut einem Medienbericht teuer zu stehen: Wegen seiner Rolle in der Opioidkrise hat McKinsey einem Vergleich über mindestens 573 Millionen Dollar zur Beilegung von Klagen zugestimmt. Das berichtete die »New York Times« unter Berufung auf Insider.

McKinsey hatte den Oxycontin-Herstellers Purdue Pharma und dessen Eigentümerfamilie Sackler beraten. Purdue wird vorgeworfen, die Verschreibung seiner Medikamente mit rücksichtslosen Methoden vorangetrieben zu haben. Das Unternehmen meldete 2019 als Teil eines geplanten zehn Milliarden Dollar schweren Vergleichs Konkurs an.

Wegen der Rolle von McKinsey in der Opioidkrise hatten mehr als 40 US-Bundesstaaten gegen die Beratungsfirma geklagt. Dem Vergleich schlossen sich 43 Bundesstaaten, der Distrikt Washington, D.C., und drei Territorien der Vereinigten Staaten an, berichten Insider. Mehrere Generalstaatsanwälte kündigten für Donnerstag eine Mitteilung zur Opioid-Epidemie an.

Im Zuge der Opioidkrise sind in den USA seit 1999 etwa 450.000 Menschen durch Überdosen von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln und illegalen Drogen ums Leben gekommen.

mic/Reuters