Möglicher Gasmangel Media Markt und Saturn installieren vorsichtshalber Elektroheizungen

Damit Kunden von Media Markt und Saturn im Winter nicht frieren müssen, sollen gasbeheizte Filialen notfalls elektrisch heizen können. Dafür verzichten die Elektromärkte sogar auf Verkaufsfläche.
Media-Markt-Filiale (in München): »Wir tun alles, um die Märkte offenzuhalten«

Media-Markt-Filiale (in München): »Wir tun alles, um die Märkte offenzuhalten«

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Peter Kneffel/ picture alliance / dpa

Die Elektronikmarkt-Ketten Media Markt und Saturn bereiten sich auf eine mögliche Gasknappheit im Winter vor. »Wir tun alles, um die Märkte auch bei Gasengpässen offenzuhalten«, sagte der Chef des Mutterkonzerns Ceconomy, Karsten Wildberger. Teams arbeiteten daran, die Wärmeversorgung gasbeheizter Filialen im Falle des Falles notfalls auch elektrisch sicherzustellen. Wo nötig, werde man dafür auch die Verkaufsflächen verkleinern. Rund ein Fünftel der Filialen könnten nach den Worten des Managers im Winter von den Notmaßnahmen betroffen sein.

Media Markt und Saturn bekommen schon jetzt die Auswirkungen des Ukrainekriegs und der dramatischen Preissteigerungen zu spüren. »Unsere Kunden sind mit Blick auf die anhaltend hohe Inflation, drastisch steigende Energiekosten und eine mögliche Gaskrise vorsichtig«, sagte Wildberger. »Seit Juni hat sich das Konsumklima weiter spürbar eingetrübt.«

Allerdings ist die Entwicklung nicht einheitlich. »Die Kaufzurückhaltung betrifft eher das untere und mittlere Segment«, sagte Finanzvorstand Florian Wieser. Der Premiumbereich entwickele sich dagegen weiter positiv. Sorgen macht dem Unternehmen zurzeit das Geschäft im Bereich TV und Entertainment. Bei der weißen Ware wie Kühlschränken oder Waschmaschinen erhofft sich der Elektronikhändler dagegen von den hohen Energiepreisen sogar zusätzliche Verkaufsimpulse. Hier bestehe jetzt ein hoher Anreiz, sparsamere Geräte zu kaufen.

Inflation führt zu höheren Beschaffungskosten

Unter dem Strich wies Ceconomy für das dritte Geschäftsquartal einen von 76 Millionen auf 95 Millionen Euro gestiegenen Verlust aus. Ein Grund dafür sei die gestiegene Inflation, die zu höheren Warenbezugskosten geführt habe. Außerdem habe der starke Wettbewerb zusätzliche Investitionen in Werbekampagnen und Sonderaktionen notwendig gemacht.

Der Ceconomy-Umsatz lag von April bis Juni  mit rund 4,7 Milliarden Euro um 6,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Aufgrund der gedämpften Konsumstimmung habe die Umsatzdynamik jedoch im Quartalsverlauf spürbar nachgelassen, berichtete das Unternehmen. »Insbesondere in Deutschland sehen wir eine schwächere Nachfrage«, sagte Wildberger. Für das gesamte Geschäftsjahr 2021/22 per Ende September erwartet der Konzern deshalb nur einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Mit einer Aufhellung der Konsumstimmung rechnet Ceconomy vorläufig nicht.

sol/dpa
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