Streit der Eigentümer Media-Saturn-Chef behauptet sich im Machtkampf

Media-Saturn-Gründer Kellerhals ist vorerst gescheitert: Interimschef Pieter Haas bleibt auch nach einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung im Amt. In einem Brief kritisiert der Manager eine "neue Eskalationsstufe" in der Dauerfehde.
Interimschef Haas: "Vorerst in der jetzigen Zusammensetzung arbeiten"

Interimschef Haas: "Vorerst in der jetzigen Zusammensetzung arbeiten"

Foto: Marc Tirl/ dpa

Ingolstadt - Der Interimschef der Elektronikhandelskette Media-Saturn, Pieter Haas, bleibt entgegen dem Willen von Firmengründer Erich Kellerhals vorerst im Amt. Eine außerordentliche Gesellschafterversammlung habe "wie erwartet das Ergebnis erbracht, dass Herr Haas weiterhin Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von Media-Saturn ist", sagte ein Metro-Sprecher nach dem Treffen zwischen Vertretern von Mehrheitseigner Metro   und Minderheitsgesellschafter Kellerhals. Damit seien "Kontinuität und Stabilität in der Geschäftsführung von Media-Saturn sicher gestellt".

Tatsächlich ist Media-Saturn von Stabilität aber weit entfernt. Der Düsseldorfer Konzern liefert sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf mit Kellerhals. Obwohl der Milliardär nur 21,62 Prozent an Media-Saturn hält - die restlichen Anteile liegen bei der Metro - verfügt er über umfassende Vetorechte. Kellerhals versucht derzeit, Haas aus dem Amt zu entfernen, er sieht den Manager Insidern zufolge als verlängerten Arm der Metro. Kellerhals ist zudem vor Gericht gezogen und versucht, Haas mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Landgericht Ingolstadt aus dem Amt zu entfernen.

Gegen die Dauerfehde begehrt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nun auch das Management um Haas auf. Demnach stellte der Interimschef bei einem Mitarbeitertreffen einen Brief vor, den er und seine Kollegen aus der Geschäftsführung an die Eigentümer schrieben. Darin heiße es unter anderem, mit Kellerhals' Abberufungsklage gegen Haas sei "eine neue Eskalationsstufe im Verhältnis von Gesellschaftern zu ihren Geschäftsführern erreicht". Die Geschäftsführung wolle "zumindest vorerst in der jetzigen Zusammensetzung arbeiten". Weder Kellerhals noch Metro wollten das Schreiben gegenüber der Zeitung kommentieren.

dab/Reuters

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