Neues Sparprogramm MediaMarktSaturn plant Abbau von rund 4000 Stellen

Der Elektronikhändler MediaMarktSaturn steckt in der Krise, die Kosten müssen dringend sinken. Nach SPIEGEL-Informationen plant das Management ein neues Sparpaket, dem auch mindestens 20 Filialen zum Opfer fallen könnten.
Saturn-Filiale in Köln: Umsatzrückgänge durch Corona

Saturn-Filiale in Köln: Umsatzrückgänge durch Corona

Foto: Marius Becker/ DPA

Der Elektronikhändler MediaMarktSaturn und sein Mutterkonzern Ceconomy planen einen groß angelegten Personalabbau. Nach internen Plänen, die dem SPIEGEL vorliegen, sollen insgesamt rund 4000 Vollzeitstellen abgebaut werden. Der Ceconomy-Aufsichtsrat, der am 12. August tagt, soll den Sparplan noch absegnen.

Laut Plan ist vorgesehen, die unterschiedlich aufgestellten Managementteams in den Landesgesellschaften zu vereinheitlichen und das Unternehmen stärker zu zentralisieren. Dadurch würden bis zu 3500 Jobs wegfallen, wie Ceconomy auf Anfrage bestätigte.

Darüber hinaus visiert der Vorstand von MediaMarktSaturn auch die Schließung unrentabler Filialen an, im ersten Zug sollen nach SPIEGEL-Informationen rund 20 Läden schließen. Dadurch würden rund 500 weitere Stellen wegfallen. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen auf Vollzeitbasis gerechnet knapp 48.000 Mitarbeiter.

Bereits im vergangenen Jahr hatte MediaMarktSaturn einen Sparplan aufgelegt, durch den rund 600 Jobs abgebaut wurden. Damals sollten die Kosten um bis zu 130 Millionen Euro gesenkt werden, nun sind weitere Einsparungen von bis zu 128 Millionen Euro geplant - rund 100 Millionen Euro allein durch die Vereinheitlichung der Strukturen im Unternehmen.

Der Handelskonzern leidet unter einer Umsatzflaute, die zwischenzeitlichen Ladenschließungen durch die Coronakrise haben die Lage noch verschärft. Grundsätzlich sehen Experten bei dem Unternehmen jedoch auch über die Coronakrise hinaus großen Handlungsbedarf.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.