Wiederaufnahmeverfahren Früherer Media-Markt-Chef wehrt sich gegen Schmiergeldurteil

Der Ex-Deutschlandchef der Elektronikkette MediaMarktSaturn saß jahrelang in Haft, weil er Schmiergelder angenommen haben soll. Jetzt will er die Wiederaufnahme seines Verfahrens - um Gerechtigkeit zu bekommen.
Michael Rook 2012 beim Prozess in Augsburg

Michael Rook 2012 beim Prozess in Augsburg

Foto: Stefan Puchner/ picture alliance / dpa

Er war zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, saß dreieinhalb Jahre davon ab - und beteuert nach wie vor, kein Geld genommen zu haben: Der frühere Deutschlandchef von MediaMarktSaturn, Michael Rook, will nach SPIEGEL-Informationen erneut vor Gericht dafür kämpfen, seine Unschuld zu beweisen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Der ehemalige Manager der Elektronikkette war im Jahr 2012 vom Landgericht Augsburg wegen Bestechlichkeit zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte die Tat aber immer bestritten, auch das angebliche Bestechungsgeld in Höhe von mehr als einer Million Euro ist nie bei ihm gefunden worden.

Das Landgericht Itzehoe hatte Rook im Mai dieses Jahres in einem Zivilverfahren für nicht schuldig befunden. Jetzt planen seine Anwälte einen Antrag auf strafrechtliche Wiederaufnahme des Falls - in der Hoffnung auf einen nachträglichen Freispruch.

"In Augsburg ist unserer Meinung nach ein absolutes Fehlurteil gefällt worden", sagte sein Anwalt Thorsten Junker dem SPIEGEL. "Wir haben inzwischen nicht nur eine umfassende Beweisaufnahme und das Urteil des Landgerichts Itzehoe, sondern hatten auch die Zeit, weiter umfassend Beweismittel zu sichten. Deshalb sind wir der Überzeugung: Da ist nichts, was Herrn Rook belastet."

Rook selbst, der inzwischen als Unternehmensberater arbeitet, sagte dem SPIEGEL: "Ich will Gerechtigkeit und mein Geld zurück. Und dann soll es einfach irgendwann vorbei sein."

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