Traditionsblatt verramscht "New York Times" verkauft "Boston Globe"

Die Traditionszeitung "The Boston Globe" wechselt den Besitzer. Der "New York Times"-Verlag verkauft das Blatt für umgerechnet 52,7 Millionen Euro an einen US-Unternehmer. Vor 20 Jahren hatte der Verlag noch 820 Millionen Euro für die Übernahme der Zeitung bezahlt.
Verlagshaus des "Boston Globe": Traditionsblatt verkauft

Verlagshaus des "Boston Globe": Traditionsblatt verkauft

Foto: Elise Amendola/ ASSOCIATED PRESS

New York - Übernahme in der US-Medienbranche: Die "New York Times" verkauft die Traditionszeitung "The Boston Globe" an den Unternehmer John W. Henry. Der Kaufpreis liege bei 70 Millionen Dollar (52,7 Mio Euro), teilte der "Times"-Verlag am Samstag mit. Verlagschef Mark Thompson sagte, der Verlag wolle mit dem Erlös in die Marke "New York Times" investieren.

Der Verkauf umfasst den Angaben zufolge auch die Website Boston.com , die Marketingsparte Globe Direct  sowie die Lokalzeitung "The Worcester Telegram & Gazette ". Der "Boston Globe " sei angesichts seines ausgezeichneten Journalismus und seiner reichen Tradition eines der renommiertesten Medienunternehmen des Landes, erklärte der neue Besitzer John W. Henry.

Der "Globe" ist mehr als 140 Jahre alt

Henry hatte Ende 2010 den englischen Fußballverein FC Liverpool für umgerechnet 340 Millionen Euro gekauft, außerdem gehört ihm auch die US-Baseballmannschaft Boston Red Sox.

Die vor 141 Jahren gegründete Tageszeitung "The Boston Globe" befand sich bis zu ihrem Verkauf im Jahr 1993 an die "New York Times" im Familienbesitz. Damals hatten die New Yorker 820 Millionen Euro für das Blatt bezahlt. Die Auflage und die Werbeeinnahmen der Zeitung gingen in den vergangenen Jahren aber zurück. Die "New York Times"-Gruppe hatte bereits ihre Beteiligungen an mehreren anderen Lokalzeitungen abgestoßen, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

cst/AFP/dpa
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