Mega-Deal Deutsche Bank will massenhaft Immobilien-Papiere verkaufen

Deutsche Bank und UBS planen die größte Verbriefung von Immobilienkrediten seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Insgesamt sollen Forderungen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar in Wertpapiere umgewandelt werden. Der Deal könnte wichtige Signalwirkung für die gesamte Branche haben.
Deutsche-Bank-Turm in Frankfurt: Milliardenschwere Verbriefung geplant

Deutsche-Bank-Turm in Frankfurt: Milliardenschwere Verbriefung geplant

Foto: dapd

Düsseldorf - Der Markt für Immobilien-Wertpapiere galt lange als tot - seit dem Ausbruch der Finanzkrise war es Banken kaum noch möglich, ihre Produkte loszuwerden. Jetzt planen die Deutsche Bank und die Schweizer Bank UBS ein Mega-Geschäft in diesem Bereich.

Laut "Handelsblatt" prüfen die beiden Geldhäuser eine milliardenschwere Verbriefung, die mit Krediten aus US-Gewerbeimmobilien unterlegt ist. Volumen: 2,2 Milliarden Dollar. Die Pläne wurden SPIEGEL ONLINE aus Finanzkreisen bestätigt. Die Institute selbst wollten sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Für Banken ist die Verbriefung von Krediten ein gutes Geschäft. Zahlungsansprüche gegen Kunden belasten nur die Bilanz. Durch die Verbriefung werden solche Forderungen in handelsfähige Wertpapiere umgewandelt. Die Banken können diese am Kapitalmarkt platzieren - und sich so frisches Kapital beschaffen, zum Beispiel für weitere Immobilienkredite.

Vor dem Ausbruch der Finanzkrise nutzten Geldhäuser solche Papiere allerdings auch vermehrt für Zockergeschäfte. Sie schnürten unterschiedlich riskante Wertpapiere zu Paketen zusammen, zerstückelten diese Pakete in Tranchen und verkauften diese an Anleger weiter. So komplex waren die Pakete, dass letztlich sogar Rating-Agenturen und Banken die Übersicht verloren, wie riskant die Papiere waren, die sie halten. Irgendwann brach der Markt zusammen, und noch heute sitzen manche Banken auf milliardenschweren faulen Krediten.

Größte Emission seit Juni 2008

Nach dem Platzen der US-Immobilienblase war zudem das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit von Immobilienkreditnehmern nachhaltig gestört. Denn zu Hochzeiten des Immobilienboom erhielten auch zahlreiche Kunden mit zweifelhafter Bonität Kredite. Bis heute sorgen sich Anleger, sie könnten auf faulen Kreditforderungen sitzen bleiben - in der Folge blieben die Banken auf ihren verbrieften Wertpapieren meist sitzen.

Es ist nicht das erste Mal seit dem Ausbruch der Finanzkrise, dass die Deutsche Bank wieder Immobilienkredite verbrieft. Auch andere Geldhäuser haben dies im kleinen Stil schon getan. Die Emission aber, die Deutsche Bank und UBS jetzt planen, wäre die größte, seit der Markt im Juni 2008 zusammengebrochen ist.

Unter Berufung auf Insider schreibt das "Handelsblatt", dass die Deutsche Bank und die UBS derzeit Gespräche mit potentiellen Investoren führen. Die beiden Banken loteten aus, inwieweit Großanleger bereit sind, sich in den Verbriefungen zu engagieren, die mit Gewerbeimmobilien besichert sind.

Ein Verkauf dieser auch Commercial Mortgage Backed Securities (CMBS) genannten Papiere galt bisher als besonders schwierig. Das Wertpapier wird laut "Handelsblatt" mit Hypotheken auf Einkaufszentren, Hotels und Bürogebäuden unterlegt, heißt es. Ob sich in den Paketen auch riskante Anlagen befinden, ist nicht bekannt.

ssu