Mega-Deal in den USA Was auf T-Aktionäre nun zukommt

Die Telekom verkauft ihre US-Tochter - und die Anleger frohlocken. Der 39-Milliarden-Dollar-Deal treibt die T-Aktie um bis zu 15 Prozent nach oben. Dabei birgt das Geschäft auch Risiken: Wie üppig fließt die Dividende in Zukunft?

T-Mobile am Times Sqaure in New York: Für 39 Milliarden Dollar an AT&T verkauft
dapd

T-Mobile am Times Sqaure in New York: Für 39 Milliarden Dollar an AT&T verkauft

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Hamburg - Die Aktionäre haben ihr Urteil gefällt: Sie finden den Deal der Deutschen Telekom mit dem US-Konkurrenten AT&T richtig gut. Um bis zu 15 Prozent ging es mit dem Kurs der Telekom-Aktie an diesem Montag nach oben - die meisten T-Aktien-Besitzer dürften gar nicht mehr gewusst haben, wie sich ein solcher Kurssprung anfühlt.

Auch Analysten äußern sich mehrheitlich positiv über die geplante Transaktion, viele stuften das Magenta-Unternehmen spontan herauf. Die Unicredit etwa setzte die Aktie der Deutschen Telekom von "Hold" auf "Buy". Analyst Hugh McCaffrey von Goldman Sachs sprach gar von einem Kurspotenzial von 16 Prozent.

Aber ist der Mega-Deal in den USA wirklich ein Plusgeschäft für die Aktionäre? Was kommt auf Anleger nun zu?

Der Tenor der Experten zumindest ist klar: Mit der Aktion befreit sich die Telekom auf einen Schlag von ihrem schwächelnden US-Geschäft - und das zu einem sehr guten Preis. Mit weniger als 40 Millionen Kunden liegt T-Mobile USA auf Platz vier im US-Mobilfunkmarkt, und zwar mit sinkender Tendenz. Allein im Schlussquartal 2010 verlor das Unternehmen netto rund 320.000 Vertragskunden. Mit den Wettbewerbern Verizon Wireless (knapp 100 Millionen Kunden), AT&T (etwa 95 Millionen) und Sprint Nextel (50 Millionen Kunden) konnte die Telekom-Tochter kaum noch mithalten.

Der Preis begeistert die Analysten

Zwei Gründe werden für die Misere genannt: Erst vergaß die Telekom, rechtzeitig in ein hochwertiges Datennetz für mobiles Internet zu investieren. Dann hatte sie beim Exklusivvertrieb von Apples Iphone das Nachsehen - den sicherte sich in den USA vor vier Jahren AT&T.

Umso erfreulicher, dass ausgerechnet dieser Wettbewerber zur Lösung der Probleme beiträgt: Für 39 Milliarden Dollar (27,5 Milliarden Euro) will die Telekom ihre Tochter T-Mobile USA an AT&T veräußern. 25 Milliarden Dollar erhielte der Konzern in bar, den Rest in Form von Aktien. Die Telekom würde dadurch mit acht Prozent zum größten Einzelaktionär am bisher zweitgrößten Mobilfunkanbieter der USA, der durch die Übernahme mit dann etwa 130 Millionen Kunden zur Nummer eins aufsteigen würde. Es müssen nur noch die Regulierungsbehörden zustimmen.

Vor allem der Preis, den die Telekom für die US-Tochter erzielt, begeistert die Experten. Nach Angaben von Unicredit-Analyst Thomas Friedrich liegen die vereinbarten 27,50 Milliarden Euro etwa sechs Milliarden Euro über dem von ihm geschätzten Unternehmenswert. Laura Janssens von der UBS schreibt, der Wert liege um etwa drei Euro je Aktie über ihrer Schätzung und circa 50 Prozent über der Markterwartung.

Nach Einschätzung von Heike Pauls von der Commerzbank gibt es zwar noch ein Restrisiko, dass der Deal an einem Veto der Wettbewerbsbehörden scheitern könnte. Die Chancen auf einen erfolgreichen Verkauf standen jedoch nie besser, so die Analystin. Kommt er zustande, hält sie einen Kurs von 13 Euro für vernünftig. Zum Vergleich: Auch nach dem Kurssprung heute notierte das Papier bei weniger als 11 Euro.

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insgesamt 15 Beiträge
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Das Auge des Betrachters 21.03.2011
1. Geld
Steigende Kurse und damit Geld, was sonst.
Urquhart, 21.03.2011
2. Anzeigenkunde
Schön geschrieben für den Anzeigenkunden DTAG! Tatsache ist, dass die Telekom seinerzeit 20.000 Dollar pro Kunde gezahlt hat. Und damit war der Dollar rd. 40 % mehr wert als heute! http://www.handelsblatt.com/telekom-steigt-mit-voice-stream-in-us-markt-ein/1994820.html Wenn die heute gemeldeten Zahlen zutreffen, hat Telekom nur 10.000 Dollar pro Kunde zurückerhalten. In der Tat ein Jahrhundert-Deal - für AT&T! LOL
semper fi, 21.03.2011
3. -
Zitat von sysopDie Telekom verkauft ihre US-Tochter - und die Anleger frohlocken. Der 39-Milliarden-Dollar-Deal treibt die T-Aktie um bis zu 15 Prozent nach oben. Dabei birgt das Geschäft auch Risiken: Wie üppig fließt die Dividende in Zukunft? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,752316,00.html
Damit dürfte Sommer, ehemals Vorstandsvorsitzender der Telekom, in puncto Wertevernichtung zu Schrempp ehemals Vorstandsvorsitzender von Daimler-Chrysler, aufgeschlossen haben.
tehu@tehu.de 21.03.2011
4. gekauft für 20.000$ pro Kunde, verkauft für 1.000$ pro Kunde
das mit dem Kaufpreis bei "gekauft" stimmt so, allerdings ist der Verkaufspreis ein bisschen hoch geschätzt: bei 39 Milliarden Euro und 40 Mio Kunden macht das nur rund 1.000$, die pro Kunde gezahlt werden um fair zu sein: natürlich sind die Zeiten, wo Mobilfunkkunden hunderte von € monatlich bezahlen (Geschäftskunden damals) lange vorbei, die Zahl der Kunden ist dafür deutlich höher, also hinken alle solcher Vergleiche Klar: rückblickend betrachtet war das Engagement der Telekom in USA ein Flop, aber die Idee, sich auf der Welt umzuschauen und in andere Länder zu expandieren, war eine gute; Unternehmer sein heißt ja auch, was zu unternehmen, also Risiken einzugehen: ich find´s albern, rückblickend zu sagen, was man hätte alles besser machen können; der Verkauf heute: je nun, der Preis ist gut und nachdem in den letzten 10 Jahren die Telekom-Manager in den USA nicht sehr erfolgreich waren, ist es vielleicht eine kluge Idee, sich rechtzeitig zurückzuziehen, bevor noch mehr Kunden wegbrechen... wobei ich die Idee, einen Teil des Verkaufserlöses in Aktienrückkäufe zu investieren, für eine ziemlich lahme Idee halte: wenn ein Manager nichts besseres weiß, als mit dem Geld die Aktienmenge zu reduzieren, ist er vom Unternehmer zum Verwalter geworden. Scheint so, als dass sich die Telekom vom aufstrebenden Unternehmen mit Wachstumsambitionen in Richtung "sichern und verwahren" bewegt und das wäre für mich ein Grund, eher in Vodafone, Orange, AT&T etc. zu investieren...
Urquhart, 21.03.2011
5. 1000 Dollar
Zitat von tehu@tehu.dedas mit dem Kaufpreis bei "gekauft" stimmt so, allerdings ist der Verkaufspreis ein bisschen hoch geschätzt: bei 39 Milliarden Euro und 40 Mio Kunden macht das nur rund 1.000$, die pro Kunde gezahlt werden um fair zu sein: natürlich sind die Zeiten, wo Mobilfunkkunden hunderte von € monatlich bezahlen (Geschäftskunden damals) lange vorbei, die Zahl der Kunden ist dafür deutlich höher, also hinken alle solcher Vergleiche Klar: rückblickend betrachtet war das Engagement der Telekom in USA ein Flop, aber die Idee, sich auf der Welt umzuschauen und in andere Länder zu expandieren, war eine gute; Unternehmer sein heißt ja auch, was zu unternehmen, also Risiken einzugehen: ich find´s albern, rückblickend zu sagen, was man hätte alles besser machen können; der Verkauf heute: je nun, der Preis ist gut und nachdem in den letzten 10 Jahren die Telekom-Manager in den USA nicht sehr erfolgreich waren, ist es vielleicht eine kluge Idee, sich rechtzeitig zurückzuziehen, bevor noch mehr Kunden wegbrechen... wobei ich die Idee, einen Teil des Verkaufserlöses in Aktienrückkäufe zu investieren, für eine ziemlich lahme Idee halte: wenn ein Manager nichts besseres weiß, als mit dem Geld die Aktienmenge zu reduzieren, ist er vom Unternehmer zum Verwalter geworden. Scheint so, als dass sich die Telekom vom aufstrebenden Unternehmen mit Wachstumsambitionen in Richtung "sichern und verwahren" bewegt und das wäre für mich ein Grund, eher in Vodafone, Orange, AT&T etc. zu investieren...
Oops, Sie haben Recht! Es sind ja nur knapp 1000 Dollar pro Kunde! Bei so viel Managementversagen muss natürlich ein Aufsichtsratssitz für den CEO rauskommen - obwohl der natürlich für den fabelhaften Dr. Sommer nix kann. Aber die Lachnummer ist ja noch besser als ich dachte!
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