Mega-Übernahme Buffett kauft Eisenbahn-Konzern für 44 Milliarden Dollar

Es ist der größte Deal, den Warren Buffett bisher gestemmt hat: Für 44 Milliarden Dollar kauft seine Investmentfirma Berkshire Hathaway den US-Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe. Nach Buffetts Worten handelt es sich dabei um eine Wette.

Burlington-Anlage in Nebraska: Der Eisenbahn-Konzern transportiert Kohle durch die USA
AP

Burlington-Anlage in Nebraska: Der Eisenbahn-Konzern transportiert Kohle durch die USA


New York - Der US-Multimilliardär Warren Buffett macht den Güterverkehr auf der Schiene zum Ziel der größten Übernahme in seiner Firmengeschichte. Seine Fondsgesellschaft Berkshire Hathaway Chart zeigen kündigte am Dienstag die vollständige Übernahme der Bahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe an. Insgesamt bietet Buffett 100 Dollar je Burlington-Aktie - einen Aufschlag von 31,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag.

Berkshire bezifferte den Gesamtwert der Transaktion auf ungefähr 44 Milliarden Dollar. In dem Geschäft seien zehn Milliarden Dollar Schulden des Bahnbetreibers enthalten. Buffetts Investmentgesellschaft hält an Burlington bereits 22,6 Prozent und kauft nun die restlichen 77,4 Prozent. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2010 erwartet.

Der Multimilliardär setzt mit dem Geschäft auf eine Konjunkturerholung in den USA. "Es ist eine Wette auf die wirtschaftliche Zukunft der USA. Ich liebe Wetteinsätze", sagte Buffett. Der Bahnverkehr auf der Schiene sei entscheidend für das künftige Wachstum Amerikas. Seine Beteiligung an Burlington Northerns Rivalen Union Pacific will Buffett aber nicht aufstocken. Die beiden Unternehmen sollten für die nächsten fünfzig Jahre Konkurrenten bleiben, betonte er in einem Interview auf CNBC.

Nettogewinn: 3,3 Milliarden Dollar

Die Anteilsscheine von Burlington sprangen nach Bekanntgabe der Fusionspläne vorbörslich 28 Prozent in die Höhe. Der Kauf beflügelt auch die Aktien der Konkurrenten. Union Pacific verteuerten sich um 8,1 Prozent, CSX um 8,5 Prozent. Buffett ist der zweitreichste Mensch der Welt. Berkshire kontrolliert rund 80 Firmen. Zur breiten Palette der Holdinggesellschaft gehören neben Versicherern auch Versorger, Restaurantketten, Textilunternehmen, Großhandelskonzerne und Schmuckhersteller.

Berkshire hatte im zweiten Vierteljahr sein bestes Quartalsergebnis seit fast zwei Jahren vorgelegt. Dank der sich wieder erholenden Aktienmärkte belief sich der Nettogewinn auf 3,3 Milliarden Dollar, ein Plus binnen Jahresfrist von 14 Prozent. Sechs Quartale lang hatte der Investmentfonds schrumpfende Gewinne hinnehmen müssen. Im Zuge des Aufwärtstrends an den Börsen profitierte das Unternehmen von einer Wertsteigerung seiner Kapitalinvestitionen und Derivate. Der Umsatz der Investmentfirma aus Omaha im Bundesstaat Nebraska fiel indes um zwei Prozent auf 29,61 Milliarden Dollar.

ore/Reuters/dpa-AFX



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Klo, 20.10.2009
1.
Zitat von sysopDer Ölpreis schwingt sich schon wieder von Rekordhoch zu Rekordhoch - und beflügelt damit Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Weltwirtschaftskrise. Doch inwieweit kann man dieser Entwicklung trauen?
Wieso sollte die Krise vorbei sein, wenn der Ölpreis steigt? Wenn Energie teurer wird, dann fängt die Krise erst an.
Hartmut Dresia, 20.10.2009
2.
Zitat von sysopDer Ölpreis schwingt sich schon wieder von Rekordhoch zu Rekordhoch - und beflügelt damit Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Weltwirtschaftskrise. Doch inwieweit kann man dieser Entwicklung trauen?
Man wird die Krise nicht wegbeten können und es besteht die Gefahr, dass die neue Koalition zusätzliche Neuverschuldung für Präsente nutzt, statt nachfragewirksame Maßnahmen zu ergreifen. Die Rechnung wird dann auf dem Arbeitsmarkt präsentiert: Dem Arbeitsmarkt steht das Wasser bis zum Hals (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/)
ukw 20.10.2009
3.
Dollarnotierte Öl Orgasmen beflügeln wild onanierende Börsen - so muss die Schlagzeile lauten. Sex sells °;) Meine Erwartungen sinken
meslier 20.10.2009
4.
Zitat von sysopDer Ölpreis schwingt sich schon wieder von Rekordhoch zu Rekordhoch - und beflügelt damit Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Weltwirtschaftskrise. Doch inwieweit kann man dieser Entwicklung trauen?
Der steigende Ölpreis zeigt mir nur, dass die Notenbanken die Märkte fast im Geld ersaufen lassen, meine Ex-Kollegen wieder satt an der Börse verdienen.
newright 20.10.2009
5. Verstehe ich nicht
Auf der einen Seite sinkt der Dollar im Wert, auf der anderen Seite steigt der Ölpreis in Dollar. Das soll jetzt eine Hoffnung auf Aufschwung sein? Ist es nicht eher so, das der Dollar an Wert verliert und damit sein Gegenwert in Öl steigt?
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