Übernahmepläne Merck gibt Milliardengebot für Halbleiterzulieferer Versum ab

Der Chemiekonzern Merck will offenbar seine Position als Anbieter für Elektronikmaterialien stärken. Das Unternehmen plant die milliardenschwere Übernahme eines Halbleiterzulieferers aus den USA.
Merck-Stammwerk in Darmstadt

Merck-Stammwerk in Darmstadt

Foto: Arne Dedert/ dpa

Der Darmstädter Merck-Konzern will mit einer Milliardenübernahme in den USA sein Geschäft mit der Elektronikindustrie ausbauen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen 5,9 Milliarden Dollar für die Übernahme von Versum Materials geboten. Damit ist Merck in einen Bieterwettstreit um den Elektronikhersteller eingestiegen.

Zuvor hatte bereits der US-Spezialchemiekonzern Entegris Interesse an Versum signalisiert und vier Milliarden Dollar geboten. Die beiden Firmen streben an, sich per Aktientausch bis Jahresende zusammenzuschließen.

Auf das Angebot von Merck reagierte Versum dann auch eher zurückhaltend: "Versum glaubt weiterhin an den strategischen und finanziellen Sinn der vorgeschlagenen 'Fusion unter Gleichen' mit Entegris", erklärte der Vorstand am Mittwoch in Tempe im US-Bundesstaat Arizona. Man werde die Offerte von Merck aber "aus Verantwortung gegenüber den Aktionären" prüfen.

Das Angebot von Merck liegt etwa 15 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs von Versum. Für den Konzern aus Darmstadt wäre es der größte Zukauf seit der Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich. Den hatte Merck 2015 für die Rekordsumme von 17 Milliarden Dollar zugekauft.

Merck will mit dem jetzt angestrebten Deal augenscheinlich seine Position als einer der führender Anbieter für Elektronikmaterialien stärken. Man sei darauf vorbereitet, "zügig mit der Unternehmensprüfung zu beginnen, Verhandlungen aufzunehmen und schnell zu einer Einigung über einen Zusammenschluss zu gelangen", hieß es.

Diesem Ziel stehen noch regulatorische Hürden im Weg. Vor einem Zusammenschluss ist noch die Zustimmung der Versum-Aktionäre sowie der Kartellbehörden nötig, hieß es von Merck. Das Unternehmen hatte erst Anfang Februar eine milliardenschwere Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) in der Immuntherapie von Krebs verkündet.

fek/dpa-AFX/Reuters
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