Krebstherapie Merck und GSK verkünden Milliarden-Kooperation

Der Darmstädter Merck-Konzern arbeitet in der Immuntherapie von Krebs künftig mit GlaxoSmithKline zusammen. Die milliardenschwere Forschungskooperation soll Patienten "neue Optionen" eröffnen.

Merck-Logo in Darmstadt
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Der Darmstädter Merck-Konzern hat eine milliardenschwere Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) in der Immuntherapie von Krebs verkündet. Kern der Kooperation sei die von Merck entwickelte Krebsimmuntherapie M7824, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Die neuartige Therapie befindet sich demnach derzeit in der klinischen Entwicklung und zielt auf die Behandlung verschiedener, schwer behandelbarer Krebsarten ab. Der Arzneikandidat M7824 verfügt laut Belén Garijo, Chefin der Pharma-Sparte von Merck, "über das Potenzial, Krebspatienten neue Optionen zu eröffnen."

Für Merck ist es nicht die erste Kooperation mit einem Konkurrenten. Bereits 2014 war das Unternehmen beim Krebsmittel Bavencio (Wirkstoff Avelumab) eine Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Pfizer eingegangen. Für die Entwicklung von M7824 hatte der Konzern bereits vor Längerem erklärt, das Projekt nicht allein stemmen zu wollen.

Börsenkurs von Merck steigt um fast drei Prozent

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit GSK erhält Merck laut Mitteilung eine Vorauszahlung von 300 Millionen Euro sowie potenzielle Zahlungen von bis zu 500 Millionen bei Erreichen bestimmter Entwicklungsziele. Merck soll zudem Anspruch auf weitere Zahlungen von bis zu 2,9 Milliarden Euro haben, die vom Erreichen bestimmter Ziele hinsichtlich Zulassung und Vermarktung abhängen.

Insgesamt beträgt der potenzielle Wert der Vereinbarung bis zu 3,7 Milliarden Euro. Gewinne und Kosten bei der Kooperation wollen die Konzerne teilen. An der Börse kam die Kooperation gut an: Merck-Aktien Chart zeigen stiegen am Mittag um fast drei Prozent auf ein Sieben-Wochen-Hoch von 96,40 Euro.

Die Immuntherapie gilt als am schnellsten wachsendes Feld im Markt für Krebsmedikamente. Sie zielen darauf, das körpereigene Abwehrsystem gegen Krebszellen zu aktivieren und diese zu zerstören. Im Wettstreit der Pharmaindustrie hatte der US-Pharmakonzern Merck & Co. mit der Lungenkrebsarznei Keytruda (Wirkstoff Pembrolizumab) 2018 etwa 7,2 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.

Gemeinsam mit GSK wolle man bei diesen Immuntherapien eine führende Rolle einnehmen, teilte Pharmachefin Garijo mit. Insgesamt laufen den Angaben zufolge bei M7824 acht klinische Entwicklungsprogramme von hoher Priorität oder werden voraussichtlich 2019 gestartet, darunter Studien zu Tumoren des Gallentrakts.

Die Krebsimmuntherapie M7824 gehört neben dem Mittel Tepotinib und dem bereits zugelassenen Bavencio zu den größten Hoffnungsträgern des Unternehmens im Pharmageschäft. Im vergangenen Jahr hatte Merck auch Studien zu dem Mittel bei der Behandlung von nicht kleinzelligem Lungenkrebs vorgelegt.

apr/dpa/Reuters

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