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Merkels China-Reise: Wirtschaftsabkommen in Milliardenhöhe

Foto: ANDY WONG/ AFP

Merkels Besuch in Peking VW baut zwei neue Werke in China

Neue VW-Standorte, Airbus-Lieferungen, Ausbau der Lufthansa-Kooperation: Beim Besuch von Kanzlerin Merkel in Peking haben Wirtschaftsvertreter Abkommen in Milliardenhöhe getroffen. 2015 soll China Gastland auf der Cebit werden.

Berlin/Peking - Beim China-Besuch von Kanzlerin Angela Merkel sind am Montag Wirtschaftsverträge in Milliardenhöhe geschlossen worden. Die Volkswagen AG   vereinbarte mit seinem chinesischen Partner, dem Automobilhersteller FAW, zwei zusätzliche Standorte in China. Jeweils ein Werk solle in Qingdao und Tianjian entstehen. Dabei wird jeweils ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro angesetzt.

Merkel wirbt in China vor allem für den Ausbau der Handelsbeziehungen, will aber auch Menschenrechtsfragen ansprechen. Die Kanzlerin hat die chinesische Staatsführung aufgefordert, Hemmnisse für die deutsche Wirtschaft abzubauen.

"Unsere Wirtschaft wünscht sich, dass sie in noch breiterem Maße einen Marktzugang bekommen kann", sagte Merkel bei einem gemeinsamen Auftritt mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang in Peking. Es gehe um einen gleichberechtigten Zugang auf dem Markt und mehr Transparenz.

Airbus, Lufthansa, Deutsche Messe

In Anwesenheit der deutschen Regierungschefin und des chinesischen Premiers Li Keqiang unterschrieb der europäische Konzern Airbus zudem einen Vertrag über die Lieferung von 100 Hubschraubern im Wert von rund 300 Millionen Euro.

Die Deutsche Messe vereinbarte, das China 2015 das Gastland auf der Computermesse Cebit wird. Lufthansa   unterzeichnete eine Absichtserklärung über die Gründung eines weiteren Joint Ventures mit ihrem Star Alliance-Partner Air China, um die bestehende Kooperation im Flugverkehr mit neuen Angeboten und Anschlüssen auszubauen. Das neue Partnerschaftsabkommen solle bereits zum Start des Winterflugplans Ende Oktober 2014 in Kraft treten, teilte Lufthansa mit.

China peilt nach Worten von Ministerpräsident Li Keqiang trotz einer schwierigen weltwirtschaftlichen Lage weiter das Wachstumsziel von 7,5 Prozent in diesem Jahr an. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel sagte er, dass es einen Abwärtsdruck gebe, dem China aber trotzen wolle. "Wir arbeiten intensiv daran, durch Reformen und Öffnung noch mehr Impulse in die chinesische Wirtschaft zu geben", sagte er. Die chinesische Wirtschaft, die im ersten Quartal um 7,4 Prozent wuchs, entwickele sich stabil. Die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen solle verbessert werden.

Li Keqiang hatte die Bundeskanzlerin am Montagmorgen in Peking mit militärischen Ehren in Peking empfangen. Es ist Merkels zweite und letzte Station ihrer bis Dienstag andauernden China-Reise. Zu Beginn ihres bisher längsten Besuchs in der Volksrepublik war Merkel über einen Wochenmarkt in Chengdu geschlendert. Am Montagmittag trifft sie auf Staatspräsident Xi Jinping.

bos/dpa/Reuters
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