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13. Oktober 2011, 10:59 Uhr

Merkels Mongolei-Reise

Deutschland macht Milliarden-Deals bei Rohstoffen

Deutschland hat beim Kampf um wertvolle Rohstoffe die Mongolei als Partner gewonnen. Im Rahmen der Auslandsreise von Kanzlerin Merkel unterzeichneten die beiden Länder ein wichtiges Abkommen. Deutsche Unternehmen setzen nun auf milliardenschwere Geschäfte.

Ulan Bator - Für die deutsche Wirtschaft hat sich der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Mongolei gelohnt. Die Regierungen der beiden Länder unterzeichneten eine Rohstoff-Partnerschaft. Deutsche Firmen sollen so mehr Rechtssicherheit in dem zentralasiatischen Land haben.

Deutschland lässt sich in dem Abkommen unter anderem zusichern, dass es keine mengenmäßigen Begrenzungen für Rohstofflieferungen geben soll. Die Mongolei zählt zu den zehn rohstoffreichsten Ländern der Welt. Es gibt dort riesige Vorkommen von Kupfer, Gold, Silber und Uran. Zudem hat das Land hohe Vorräte an Seltenen Erden. Diese teuren Metalle sind in der Hightech-Branche hart umkämpft. Internationale Bergbaukonzerne liefern sich derzeit ein Rennen um die Förderung der reichen Bodenschätze in der Mongolei.

Die deutsche Industrie setzt durch das Abkommen auf Vorteile im weltweiten Wettbewerb um Metalle. "Deutschland muss sich strategische Allianzen auch im Bereich der Rohstoffe sichern, die in den kommenden Jahrzehnten knapp werden können", sagte ThyssenKrupp-Aufsichtsrat Ekkehard Schulz zu Reuters.

Die Mongolen wollen von dem Abkommen profitieren, indem sie auf eine Verarbeitung von Kupfer oder Seltenen Erden im eigenen Land dringen. Ministerpräsident Sukhbaatar Batbold setzt auf eine langfristige Partnerschaft. "Wir haben Rohstoffe, Deutschland hat die neueste Technologie und Know-how", sagte er. Merkel versprach, Deutschland habe eine "langfristige, faire und nachhaltige Entwicklung" im Auge.

Die deutsche Bergbauindustrie unterzeichnete im Rahmen von Merkels Besuch einen Milliarden-Deal zur Kohleförderung. Vertreter des deutsch-australischen Konsortiums aus BBM Operta und Macmahon vereinbarten mit dem mongolischen Unternehmen Erdenes Koks-Kohleabbau von etlichen Millionen Tonnen. Das Geschäft wird auf zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. In Tavan Tolgoi gibt es eines der weltweit größten unerschlossenen Kohlevorkommen.

Auch Siemens profitiert von diesem Projekt. Der Konzern soll Gasturbinen für ein 300-Megawatt-Kraftwerk zur Versorgung der Kohlemine liefern.

mmq/Reuters/dapd

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