Pressestimmen zu Einbruch bei Meta »Plötzlich ist Facebook nicht mehr too big to fail«

Das Geschäft von Facebook ist unter Druck, der Mutterkonzern Meta verzeichnet erstmals sinkende Umsätze. Die internationale Presse macht verschiedene Gründe für den Absturz aus.
Meta-Logo: »Make Instagram Instagram Again«

Meta-Logo: »Make Instagram Instagram Again«

Foto: IMAGO/Andre M. Chang / IMAGO/ZUMA Wire

Der Facebook-Konzern Meta meldete am Abend den ersten Umsatzrückgang seiner Geschichte. Nachdem das Unternehmen jahrelang kräftig wuchs, könnte der aktuelle Einbruch das Ende einer Ära einläuten. Der Aktienkurs, in diesem Jahr ohnehin schon unter Druck, sackte nachbörslich um weitere Prozentpunkte ab.

Hintergrund des Absturzes dürften unter anderem die sinkenden Nutzerzahlen des sozialen Netzwerks Facebook sein – und die große Konkurrenz durch Tiktok. Die Presse anaylsiert den Einbruch bei Mark Zuckerbergs Meta-Imperium, zu dem auch Instagram und WhatsApp gehören, aus verschiedenen Blickwinkeln.

»Kam nicht ganz überraschend«

Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung « schreibt, »der ungewöhnliche Umsatzrückgang kam nicht ganz überraschend, schon in seinem Ausblick bei der Vorlage der letzten Quartalszahlen im April hatte Meta davor gewarnt.« Die Zeitung verweist auf das Geschäftsmodell, das derzeit Probleme mache: »Meta macht den größten Teil seines Umsatzes mit Onlinewerbung, und dieses Geschäft hat sich in jüngster Zeit erheblich eingetrübt.«

»Waidwundes Biest«

»Der Standard « aus Wien hebt die Rolle der Nutzer von Facebook für den jüngsten Einbruch hervor. »Der Techgigant war unbesiegbar, die Skandale prallten oft am Schild der ›Meinungsfreiheit‹ oder der gespielten Unschuld ab. Nicht einmal die Börse reagierte, und die minimalen Dellen im Aktienkurs spürte man in Kalifornien wenn überhaupt nur in der Portokasse. Wer kann also Meta etwas anhaben? Die Antwort ist einfach: die Nutzer von Facebook, die Foto-Poster von Instagram und die Nachrichtenschreiber in WhatsApp«, analysiert die Zeitung.

Jeder verlorene Nutzer stehe für einen Verlust von 200 Dollar an Börsenwert. »Denn die stimmen gerade mit den Füßen ab und haben dem Unternehmen wenn schon nicht den Todesstoß versetzt, so es doch zumindest schwer verwundet. Eine gewisse Panik macht sich breit, das waidwunde Biest schlägt auf einmal wild um sich, und plötzlich ist Facebook nicht mehr too big to fail.«

»Rosarote VR-Brille abnehmen«

Mit der Konkurrenz durch Tiktok und Metas Versuchen, diesem Medium im Bereich Bewegtbild nachzueifern, befasst sich das »Wall Street Journal « (»WSJ«). Es greift auch die Pläne für eine virtuelle Welt »Metaverse« auf, in die sich mithilfe von VR-Spezialbrillen das geschäftliche und soziale Leben verstärkt verlagern soll. »Es ist an der Zeit, dass die Führungskräfte ihre rosarote VR-Brille abnehmen und – bildlich gesprochen – mit den Kardashians mithalten«, schreibt die Zeitung.

Realitystar Kylie Jenner aus dem Clan der TV-Familie der Kardashians hatte sich zuvor mit Blick auf eine neue Videofunktion der Forderung angeschlossen: »Make Instagram Instagram Again«. Für den Erfolg des Unternehmens, so das »WSJ«, könnte ihre Meinung ebenso wichtig sein wie die der zunehmend besorgten Wall-Street-Analysten.

apr
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