Handelskonzern Metro-Aktionäre stimmen für Aufspaltung

Die Metro schrumpft seit Jahren. Damit sich das ändert, forciert die Konzernleitung die Aufspaltung. Auf der Hauptversammlung stimmten die Aktionäre fast einstimmig für die Pläne. Doch es gab auch Kritik.
Metro-Chef Olaf Koch

Metro-Chef Olaf Koch

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Mit großer Mehrheit haben die Aktionäre die Aufspaltung der Metro   abgesegnet. Auf der Hauptversammlung in Düsseldorf stimmten insgesamt 99,95 Prozent des anwesenden Kapitals für die Pläne von Vorstand und Aufsichtsrat, den Handelskonzern in einen Lebensmittelspezialisten und einen Elektronikhändler zu teilen. Notwendig gewesen wäre eine Mehrheit von 75 Prozent.

Konzernchef Olaf Koch hatte zuvor um die Zustimmung der Aktionäre für den großen Schritt geworben. Die Aufteilung von Metro soll ihm zufolge das Wachstum beschleunigen, mehr Börsenwert bringen und Partnerschaften sowie Zukäufe erleichtern. Die Strategien der beiden Unternehmen seien inzwischen "so unterschiedlich, wie sie nur seien können", sagte Koch. Deshalb ergebe es keinen Sinn, sie weiter unter einem Dach zusammenzuhalten.

Koch strebt bis Mitte des Jahres die Aufspaltung von Metro in zwei selbstständige Unternehmen an: einen Lebensmittelspezialisten, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören, und einen Elektronikhändler mit dem neuen Kunstnamen Ceconomy, unter dessen Dach die Ketten Media Markt und Saturn agieren sollen. Die neuen Firmen sollen im MDax notiert sein.

Unterstützung bekam Koch von einer Reihe von Aktionärsvertretern. Alexander Elsmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte, die Metro habe in der Vergangenheit, "alles versucht, was man im Handel versuchen kann". Doch dies habe das Wachstum nicht ankurbeln können. "Die Aufspaltung ist die logische Konsequenz", so der Aktionärsvertreter.

Kritik: Nur Berater und Führungskräfte profitieren

Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem "Befreiungsschlag". Sie hoffe, dass damit die Jahre der endlosen Restrukturierung bei der Metro ein Ende fänden. "Es wird kein Schnellstart sein, eher ein Start mit angezogener Handbremse." Die Feinabstimmung beider Gesellschaften werde einige Zeit dauern. Dennoch begrüßte sie den Schritt. "Wir haben endlich mal wieder eine Perspektive."

Doch gab es auch kritische Stimmen. Einer der Aktionäre nannte die rund 100 Millionen Euro teuren Aufspaltung ein "ökonomisches Nullsummenspiel", von dem nur Berater und Führungskräfte profitierten. Die Aufspaltung sei kein Allheilmittel, mahnte Aktionärsvertreter Elsmann. Baustellen blieben bestehen. Unklar sei etwa, wie es beim langjährigen Sorgenkind des Konzerns, der Supermarktkette Real, weitergehen solle. Auch sei offen, ob es bei den vom Vorstand genannten Kosten für die Teilung bleiben werde, sagte Elsmann. Benner-Heinacher kritisierte die Vorstandsgehälter bei beiden Gesellschaften als zu hoch, diese entsprächen eher denen von Dax-Konzernen.

Metro schrumpft seit Jahren. Immer wieder wurden große Konzernteile verkauft - wie die Warenhäuser Galeria Kaufhof oder das Auslandsgeschäft der Supermarktkette Real. Metro verlor daher den inoffiziellen Titel des größten deutschen Handelskonzerns und musste seinen Platz im Dax räumen. Die Aufspaltung soll nun neuen Schwung bringen.

Die "neue" Metro kommt den Planungen zufolge künftig auf einen Umsatz von rund 37 Milliarden Euro, führen wird sie der jetzige Konzernchef Olaf Koch. Die Anteilseigner der "alten" Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft im Zuteilungsverhältnis 1:1 erhalten. Media-Saturn-Chef Pieter Haas soll Ceconomy leiten, das aus der bisherigen Metro hervorgehen soll und im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Erlös von rund 22 Milliarden Euro erwirtschaftete.

max/dpa/Reuters
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