Handel Tschechischer Großaktionär legt Übernahmeangebot für Metro vor

Mit Abschreibungen auf die Supermarkttochter Real rutschte der Handelskonzern Metro zuletzt ins Minus. Nun gibt es ein Übernahmeangebot aus Osteuropa.

Metro-Markt in Düsseldorf
REUTERS / Thilo Schmuelgen

Metro-Markt in Düsseldorf


Der bekannte deutsche Handelskonzern Metro könnte schon bald von osteuropäischen Investoren übernommen werden. Die zum Tschechen Daniel Ketinsky und dem Slowaken Patrik Tka gehörende EP Global Commerce VI GmbH veröffentlichte ein Angebot zur Übernahme sämtlicher Stamm- und Vorzugsaktien des Konzerns. Für die Stämme bietet EP 16,00 Euro und für die Vorzüge 13,80 Euro.

An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Der Kurs der Metro-Stammaktie legte in einer ersten Reaktion auf der Handelsplattform Tradegate um fast vier Prozent auf 16,10 Euro zu und notierte damit über dem von EP gebotenen Übernahmepreis.

EP, die laut Metro bereits 10,91 Prozent der Stammaktien hält, hat sich zudem mit dem bisherigen größten Aktionär, der Franz Haniel & Cie GmbH, auf die Übernahme von dessen Anteil in Höhe von 15,20 Prozent geeinigt. Zudem wird ein anderer Großaktionär, der Mediamarkt- und Saturn-Betreiber Ceconomy , fast seinen ganzen Anteil von 6,39 Prozent ebenfalls an EP verkaufen. Nach Abschluss dieser Transaktionen verfügen die Tschechen dann über fast ein Drittel aller Stammaktien. Abzuwarten bleibt, wie sich die anderen Großaktionäre, die Meridian Stiftung (14,19 Prozent) und die Beisheim Holding (6,56 Prozent) verhalten.

"Eine erfolgreiche Wachstumsstrategie ermöglichen"

Das Übernahmeangebot unterliegt einer Mindestannahmequote, die von EP allerdings nicht beziffert wurde. Diese werde ausreichend sein, um die Zustimmung zu einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sicherzustellen, hieß es lediglich. Dafür ist eine Mehrheit von 75 Prozent auf der Hauptversammlung von Metro erforderlich. Die notwendige Mehrheit des Grundkapitals dürfte darunter liegen, bei der letzten Aktionärszusammenkunft hatten knapp 80 Prozent über die wichtigsten Tagesordnungspunkte abgestimmt.

EP betonte in der zweiten Mitteilung, Metro "bei der notwendigen Anpassung an das sich entwickelnde Marktumfeld zu unterstützen und so eine erfolgreiche zukünftige Wachstumsstrategie zu ermöglichen". Im letzten Quartal hatten Abschreibungen auf die Supermarkttochter Real den Handelskonzern tief ins Minus gedrückt. Metro will diese zwar loswerden und spricht exklusiv mit einem Konsortium um den Hamburger Immobilienkonzern Redos. Aber bis jetzt gibt es noch keinen Verkaufsvertrag.

Pläne für die Schließung von Metro-Märkten in Deutschland oder eine Verlegung der Zentrale in Düsseldorf gebe es nicht, betonte EP. Auch sollen bestehende Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge in Deutschland nicht gekündigt werden.

tin/dpa/Reuters

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