Manipulationsverdacht Ermittlungen gegen fünf Metro-Mitarbeiter

Hat Metro seine Aufspaltung zu spät angekündigt? Nach einer Razzia beim Handelskonzern ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen fünf Mitarbeiter.

Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann
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Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann


Wegen des Verdachts der Marktmanipulation und des Insiderhandels ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen leitende Mitarbeiter und Verantwortliche des Handelskonzerns Metro Chart zeigen. Das bestätigte am Montag ein Sprecher der Strafverfolgungsbehörde. Wie der SPIEGEL bereits berichtete, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am vergangenen Freitag die Räume des Handelskonzerns durchsucht. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch eine Anzeige der Finanzaufsicht BaFin.

Laut Staatsanwaltschaft wird insgesamt gegen fünf Metro-Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation ermittelt. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass das Unternehmen mit der Bekanntgabe seiner geplanten Aufspaltung im März 2016 zu lange gezögert habe.

Außerdem gehe die Behörde Hinweisen nach, wonach zwei Personen aus dem Unternehmen und ein von einem Metro-Mitarbeiter informierter Außenstehender Insidergeschäfte getätigt haben könnten, um von dem vorhersehbaren Kurssprung der Aktie nach Bekanntgabe der Aufspaltungspläne zu profitieren.

Namen der Verdächtigen nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Nach SPIEGEL-Informationen richten sich die Vorwürfe des Insiderhandels unter anderem gegen Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann und ein Vorstandsmitglied.

Ein Metro-Sprecher wies die Anschuldigungen zurück: "Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor." Auch der Konzern habe nicht gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Die Metro habe die Nachricht von der beabsichtigen Aufspaltung pünktlich und unter Beachtung aller einschlägigen Vorschriften kommuniziert.

dab/dpa



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