Abschied als Chefkontrolleur Haniel-Clan gibt Macht bei Metro ab

Die Familie Haniel bestimmt seit Jahrzehnten die Strategie bei Metro mit. Doch nun gibt der Clan Macht ab. Vertreter Franz Markus Haniel zieht sich im kommenden Jahr als Aufsichtsratschef zurück. Als Aktionär will die Familie dem Konzern treu bleiben.
Aufsichtsratschef Haniel (r.) mit Metro-Vorstandschef Koch: Machtwechsel kommt

Aufsichtsratschef Haniel (r.) mit Metro-Vorstandschef Koch: Machtwechsel kommt

Foto: Caroline Seidel/ picture alliance / dpa

Beim Handelskonzern Metro gibt es einen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates. Die Familienholding Haniel zieht sich vom Chefposten des Kontrollgremiums zurück und gibt damit viel Macht ab. Clan-Vertreter Franz Markus Haniel will sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender zur nächsten Hauptversammlung im Februar 2016 aufgeben, wie die Metro mitteilte. Die Nachfolge soll Jürgen Steinemann antreten. Der 56-Jährige ist derzeit noch Chef des weltgrößten Schokolade- und Kakaoherstellers Barry Callebaut, wird diesen Posten aber Ende September aufgeben.

Haniel hatte die Geschicke der Metro entscheidend mitbestimmt. Zu dem Konzern gehören auch Media-Saturn und die Supermarktkette Real. Die Familienholding Haniel will sich unabhängiger vom Handel machen und hat ihren Metro-Anteil von gut 34 Prozent stetig abgebaut. Bis 2020 soll der Haniel-Anteil an Metro auf rund 20 Prozent schrumpfen.

Der 1955 geborene Franz Markus Haniel ist seit April 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats und hatte dieses Amt auch bereits von 2007 bis 2010 inne. Nun wolle er "die Möglichkeit eröffnen, dass der Aufsichtsratsvorsitz in die Hände eines unabhängigen, externen Vertreters übergeht", sagte Haniel. Die Familienholding werde sich aber nicht komplett von Metro verabschieden: "Die Geschichte der Metro und des Hauses Haniel ist seit über 50 Jahren eng miteinander verbunden, was sich auch in Zukunft nicht ändern wird", sagte der scheidende Aufsichtsratschef. Haniel werde langfristig Aktionär bleiben, versprach er.

Neben Haniel sind die Familien Schmidt-Ruthenbeck sowie Beisheim Großaktionäre bei Metro - sie halten gut 15 sowie knapp über neun Prozent der Stimmrechte.

Die Beteiligung an Metro war für Haniel in der Vergangenheit nicht immer ein Gewinnbringer. Metro   stieg 2012 aus dem Dax ab, für 2012 musste Haniel zudem einen Nettoverlust von rund 1,9 Milliarden Euro ausweisen. Rund 1,2 Milliarden Euro davon resultierten damals allein aus Abschreibungen auf die Metro-Beteiligung.

mmq/Reuters/dpa-AFX
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