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08. August 2019, 15:56 Uhr

Mitteilung des Investors

Metro-Übernahme wohl gescheitert

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will den Handelskonzern Metro übernehmen - doch Vorstand und Großaktionäre leisten Widerstand. Nun steht die Offerte offenbar vor dem Aus.

Der Handelskonzern Metro geht wohl doch nicht an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Dessen Investmentfirma EPGC teilte auf ihrer Internetseite mit: "EPGC geht davon aus, dass das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot für die Metro AG höchstwahrscheinlich nicht erfolgreich sein wird." Die aktuellen Informationen über die Anzahl der eingereichten Aktien deuteten darauf hin, dass die Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent nicht erreicht worden sei.

Der Milliardär hatte den Metro-Aktionären einen Preis von 16 Euro je Stammaktie und 13,80 Euro je Vorzugsaktie geboten. Er bewertet den Handelskonzern demnach mit rund 5,8 Milliarden Euro. Das Angebot war allerdings an die Bedingung geknüpft, dass Kretinsky sich mindestens 67,5 Prozent aller Stammaktien sichern kann.

Bereits in den vergangenen Tagen mehrten sich Signale, die am Erfolg des Übernahmeangebots zweifeln ließen. Die beiden Metro-Großaktionäre, die Meridian-Stiftung und die Beisheim-Gruppe, die zusammen rund 21 Prozent der Metro-Anteile halten, wiesen das Angebot des Unternehmers als nicht angemessen zurück. Stattdessen kündigten sie an, ihre Stimmrechte künftig gemeinsam auszuüben und teilten die Absicht mit, ihre Anteile bei Gelegenheit "schrittweise weiter auszubauen".

Kretinsky: "Wir stehen jetzt am Nullpunkt"

Auch die Metro-Konzernspitze bewertete Kretinskys Angebot als zu niedrig. Kretinsky sagte, angesichts dieser Bewertung müsse sich das Management des Handelsunternehmens nun selbst übertreffen und zeigen, dass es tatsächlich einen deutlich höheren Aktienkurs erreichen könne.

Seine Zukunftspläne bezüglich des Handelsriesen ließ der Manager offen. "Wir stehen jetzt am Nullpunkt", sagte Kretinsky. Die Metro sei ein großartiges Unternehmen. "Aber es muss viel getan werden, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern." Er plane gegenwärtig nicht, weitere Metro-Aktien zu kaufen, sondern werde seine Anteile in Höhe von 17,5 Prozent behalten und abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Wichtig sei vor allem, welcher Preis beim geplanten Verkauf des Chinageschäfts erzielt werden könne.

Die Metro betreibt in 26 Ländern mehr als 770 Großhandelsmärkte. Zum Konzern gehört derzeit auch noch die Supermarktkette Real. Sie soll aber in den nächsten Monaten verkauft werden.

kko/dpa

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