Strauchelnder PC-Hersteller Michael Dell steht kurz vor Dell-Übernahme

Der Deal steht laut "Wall Street Journal" kurz vor dem Abschluss: Michael Dell will die Mehrheit am PC-Hersteller Dell zurückhaben - und das von ihm gegründete Unternehmen dann von der Börse nehmen. Auch Microsoft und der Finanzinvestor Silver Lake wollen sich beteiligen.
Michael Dell: Will seinen Konzern offenbar von der Börse nehmen

Michael Dell: Will seinen Konzern offenbar von der Börse nehmen

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

New York - Rund 23 Milliarden Dollar lassen sich Michael Dell, Microsoft   und der Finanzinvestor Silver Lake die Übernahme des angeschlagenen PC-Herstellers Dell   offenbar kosten. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet über den Deal. Eine Einigung sei in Kürze möglich. Die betroffenen Unternehmen äußerten sich nicht.

Microsoft und Silver Lake würden sich als Partner von Firmengründer Michael Dell vermutlich mit etwa zwei beziehungsweise rund einer Milliarde Dollar an dem Kauf des ehemaligen Branchenführers beteiligen. Konzernchef Dell wolle seinen Anteil von 16 Prozent plus eigenes Kapital einbringen, um den Mehrheitsanteil zu übernehmen. Weitere 700 Millionen kämen von einer Investmentfirma, die Dell kontrolliere. Der Rest des Geldes käme von Banken in Form von Krediten. Die Gespräche konzentrierten sich auf einen Preis von 13,50 bis 13,75 Dollar je Aktie, hieß es weiter. Das wäre ein Aufschlag von 25 Prozent auf den Börsenkurs, den Dell noch vor Bekanntgabe des möglichen Geschäfts im Januar erzielt hat.

Es wäre die größte Transaktion dieser Art seit der Finanzkrise. Und es wäre wohl auch ein Eingeständnis für das Versagen von Michael Dell, den Konzern so zu erneuern, wie es sich Anleger an der Wall Street gewünscht hätten. Den Berichten zufolge will Dell sein Unternehmen von der Börse nehmen. Ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der anderen Aktionäre könnte er den Konzern radikaler umbauen.

Das Unternehmen aus Round Rock im US-Bundesstaat Texas war einmal der größte PC-Hersteller der Welt mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar. Aber der Aufstieg der Tabletcomputer und Smartphones haben Dell zu schaffen gemacht und seine Marktanteile noch hinter jene von Hewlett-Packard   und Lenovo   schrumpfen lassen.

Insgesamt geht es bei dem Vorhaben dem Zeitungsbericht  zufolge mehr um Gründer Dell als um das Unternehmen Dell, sagt ein ehemaliger Manager des Konzerns: "Es ist ziemlich einfach: Sein Name ist Programm."

yes/Reuters
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