23-Milliarden-Dollar-Gebot Chinesischer Konzern hat US-Chiphersteller im Visier

In den USA könnte die bislang größte Übernahme durch eine chinesische Firma bevorstehen: Laut einem Bericht will das staatliche Unternehmen Tsinghua Unigroup den US-Chipkonzern Micron für 23 Milliarden Dollar kaufen.

Zentrale von Micron in Idaho: Interesse aus China
REUTERS

Zentrale von Micron in Idaho: Interesse aus China


Dieses Geschäft dürften wohl auch US-Politiker ganz genau beobachten. Ein vom chinesischen Staat gestützter Finanzinvestor will sich laut "Wall Street Journal" ("WSJ") den amerikanischen Chipkonzern Micron einverleiben. Demnach bereitet Tsinghua Unigroup ein Kaufangebot über 23 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) vor.

Der Deal wäre auch deshalb bemerkenswert, da es in den USA die bislang größte Übernahme einer Firma aus China wäre. Der Finanzinvestor sei bereit, 21 Dollar pro Aktie zu zahlen, meldete das "WSJ" unter Berufung auf Insider. Dies sei ein Aufschlag von 19,3 Prozent auf den Schlusskurs von Montag. Laut der Zeitung skizzierte Tsinghua Unigroup in einem Brief an Micron die Übernahmepläne.

Ein Micron-Sprecher sagte, es sei bislang kein Kaufangebot eingegangen. Weiter wollte er sich nicht äußern.

Micron stellt vorwiegend DRAM-Speicherchips her, die in Computern verwendet werden, sowie Halbleiter für den Gebrauch in Smartphones, Kameras und anderen technischen Geräten. China hat bisher keinen größeren Speicherchip-Hersteller und würde durch den Zukauf einen Technologiesprung machen.

Die US-Regierung dürfte einer Übernahme in dieser Größenordnung und mit so einer strategischen Bedeutung skeptisch gegenüberstehen. Laut "WSJ" könnte der geplante Deal ein Fall für einen Ausschuss für ausländische Investitionen in den USA werden. Dieses Gremium ist mit Repräsentanten aus verschiedenen Regierungsstellen besetzt und soll beobachten, ob Übernahmen oder Investitionen aus dem Ausland eine Gefahr für die US-Wirtschaft darstellen. Im Extremfall kann der Ausschuss Geschäfte untersagen - oder er macht so viel Druck, dass Interessenten von sich aus absagen.

mmq/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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lowmanruchti 14.07.2015
1. Willkommen im Kapitalismus
So einfach ist das.
agrippa76 14.07.2015
2. Ausschuss für ausländische Investitionen in den USA
....undenkbar in Deutschland. Man stelle sich sowas einmal vor! Ein Ausschuss der sich tatsächlich (wenn auch nur indirekt) für die Interessen der Menschen einsetzt die hier leben und arbeiten......da könnte man glatt neidisch werden.
lauterbachheiner 14.07.2015
3. günstiger Einstieg
Da Micron Aktie auch innnerhalb von 14 Tagen von 24 auf 17 Dollar gefallen ist, fast 30% Verlust) sind die ja prädestiniert für eine Übernahme... wen wunderts. Interessant wäre dann das die Chinesen auch in Europa einige Fabs stehen haben. Warum sich die USA allerdings dagegen stemmen sollten ist seltsam. Die Chipbranche ist so international... nunja. Der Kapitalismus ist wohl nur von einer Seite richtig.
cvdheyden 14.07.2015
4. Staatliches Unternehmen?
I hoffe das alle westlichen Länder den Verkauf an staatliche Unternehmen verbieten und besonders an staatliche Chinesische Unternehmen. Der Staat hat sich gefälligst bei so etwas rauszuhalten. Entweder richtigen Kapitalismus oder Planwirtschaft. Einem Hybriden würde ich noch weniger trauen. Da stehen politische Interessen dahinter.
cvdheyden 14.07.2015
5. An einen Staat
Zitat von lauterbachheinerDa Micron Aktie auch innnerhalb von 14 Tagen von 24 auf 17 Dollar gefallen ist, fast 30% Verlust) sind die ja prädestiniert für eine Übernahme... wen wunderts. Interessant wäre dann das die Chinesen auch in Europa einige Fabs stehen haben. Warum sich die USA allerdings dagegen stemmen sollten ist seltsam. Die Chipbranche ist so international... nunja. Der Kapitalismus ist wohl nur von einer Seite richtig.
....würde ich nichts verkaufen.
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